Bundespolizei

Vier Schleusungen in zwei Tagen

In den vergangenen Tagen (15./17. Juni) hat die Bundespolizei vier Männer wegen Einschleusens von Ausländern angezeigt. Unter den mutmaßlich Geschleusten befanden sich drei Familien, die versucht hatten, ohne ausreichende Dokumente über die Grenze zu gelangen. Einer der Migranten leistete noch in der Kontrollstelle Widerstand gegen die Beamten.

Bundespolizisten kontrollierten am Samstag (15. Juni) gegen 3:30 Uhr eine kosovarische Familie, die mit ihrem in Italien zugelassenen Auto einreisen wollte. Der 32-jährige Fahrer und sein Bruder konnten gültige Dokumente vorweisen. Die italienischen Aufenthaltstitel der 28-jährigen Ehefrau des Fahrers und des gemeinsamen Kleinkindes waren hingegen abgelaufen. Die Familie, die sich auf der Fahrt zu Verwandten befand, wurde nach der Anzeigenbearbeitung nach Österreich zurückgewiesen.

Nur zwei Stunden später stoppten die Beamten einen 34-jährigen albanischen Fahrzeuglenker, der mit seiner 36-jährigen ecuadorianischen Frau, den beiden kleinen gemeinsamen Kindern sowie der 13-jährigen Tochter der Frau und einem Freund, einem 31-jährigen Albaner, aus Italien kam. Außer der Italienerin verfügte keiner der Insassen über ausreichende beziehungsweise gültige Reisedokumente. Im Wagen standen nur fünf Sitzplätze sowie ein Kindersitz zur Verfügung. Die beiden Kleinen saßen unangeschnallt auf dem Schoß der 13-Jährigen und der Mutter. Aufgrund dessen muss sich der Fahrer wegen versuchten Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährlichen Bedingungen verantworten.

Außerdem führte der Mann im Fahrzeug ein zugriffsbereites Einhandmesser mit, weswegen er noch eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erhielt. Bei der Überprüfung des italienischen Aufenthaltstitels des 31-jährigen Mitfahrers stellten die Beamten fest, dass der Chip aus dem Dokument entfernt worden war. Der Albaner erhielt eine Anzeige wegen Veränderns amtlicher Ausweise. Der Beschuldigte wurde während der Kontrolle zunehmend aggressiv. Die Situation mündete in einen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und endete für den 31-Jährigen in Handfesseln sowie mit einer weiteren Anzeige. Ein Beamter wurde durch den Widerstand leicht am Arm verletzt. Schlussendlich mussten alle Migranten nach Österreich zurück.

In der Nacht auf Montag (17. Juni) stoppten bayerische Grenzpolizisten in Lindau-Ziegelwies einen in Albanien zugelassenen Kleinbus. Der 41-jährige Fahrer und ein 21-jähriger Insasse hatten ihre erlaubte visafreie Kurzaufenthaltsdauer im Schengenraum um etwa anderthalb beziehungsweise über zwei Monate überschritten. Die Ermittlungen der zuständigen Bundespolizei ergaben, dass der Fahrer bereits im Januar mit einer ähnlichen Tat aufgefallen war. Die Bundespolizisten wiesen die beiden Albaner am Abend, nachdem der Fahrer eine Sicherheitsleistung in Höhe von fast 800 Euro hinterlegt hatte, auf dem Luftweg von Memmingen nach Tirana zurück.

Kurz darauf ging der Bundespolizei noch eine afghanische Fahrgemeinschaft ins Netz. Der 37-jährige Fahrzeuglenker hatte eine deutsche Aufenthaltserlaubnis, aber nur ein Handyfoto seines Reisepasses dabei. Das mitreisende Paar, eine 37-Jährige und ein 40-Jähriger, waren nur im Besitz österreichischer Asylkarten und abgelaufener Fremdenpässe, die nicht für die Einreise nach Deutschland ausreichten. Die vierjährige Tochter der beiden besaß hingegen einen gültigen Fremdenpass. Die Beamten entließen den mutmaßlichen Schleuserfahrer später auf freien Fuß. Die afghanische Familie wurde nach Österreich zurückgewiesen.

Fahndungserfolg Kriminalpolizei Eschenbach Polizei Neumarkt Festnahme Bundespolizei Waidhaus
Symbolbild Festnahme

Von der Grenze vor den Richter

Am Mittwoch (19. Juni) hat die Bundespolizei einen albanischen und einen moldauischen Staatsangehörigen in eine Abschiebehafteinrichtung eingeliefert. Die Männer hatten in der Nacht versucht, unerlaubt nach Deutschland zu gelangen. Die Beamten stellten außerdem zwei gefälschte Dokumente sicher.

Kemptener Bundespolizisten stoppten kurz nach Mitternacht in der Kontrollstelle am Füssener Grenztunnel einen albanischen Fahrzeuglenker. Der 33-Jährige wies sich mit seinem erst im Juli 2023 ausgestellten albanischen Reisepass aus, der keinerlei Ein- und Ausreisestempel enthielt. Der Albaner behauptete, als registrierter Asylbewerber in Frankreich zu leben. Diese Behauptung konnten die Bundespolizisten allerdings widerlegen. Die Beamten ermittelten, dass der Migrant nicht über einen Aufenthaltstitel in Frankreich verfügt und seitens der französischen Behörden bereits im Mai eine Ausreiseaufforderung gegen den 33-Jährigen ergangen war.

Somit hielt sich der Mann, unter Anrechnung der erlaubten visafreien Kurzaufenthaltszeit, bereits über acht Monate unerlaubt im Schengenraum auf. Die Bundespolizisten zeigten den Mann, der nicht freiwillig nach Albanien zurückkehren wollte, wegen versuchter unerlaubter Einreise an und führten ihn beim Amtsgericht Kempten vor. Noch am späten Abend musste der Albaner die Haft zur Sicherung der Zurückweisung ins Heimatland in der Abschiebehafteinrichtung Eichstätt antreten.

Etwa zwei Stunden später kontrollierten Lindauer Bundespolizisten am Grenzübergang Hörbranz (BAB 96) die Insassen eines Fernbusses mit dem Routing Mailand-München. Ein Passagier legte dazu seinen rumänischen Ausweis vor. Bei der Überprüfung stellten die Polizisten jedoch fest, dass es sich bei dem Dokument um eine Fälschung und bei dem Mann tatsächlich um einen Moldauer handelt. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten außerdem noch einen gefälschten moldauischen Führerschein. Der Mann gab später zu, gar keine Fahrerlaubnis zu besitzen und mit den Fälschungen vorhatte, eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen.

Die Bundespolizisten ermittelten außerdem, dass gegen den 26-Jährigen ein bis Oktober 2024 gültiges Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Bundesrepublik vorlag. Der Mann war bereits 2022 und 2023 von der Bundespolizei Berggießhübel und Selb bei der unerlaubten Einreise gefasst worden.

Der Moldauer erhielt Anzeigen wegen versuchter unerlaubter Einreise, Urkundenfälschung und Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen sowie eine vierjährige Wiedereinreisesperre. Die Beamten führten den Mann beim Amtsgericht Lindau vor und brachten ihn am späten Abend in die Abschiebhafteinrichtung Eichstätt, von wo aus er Anfang Juli nach Moldau zurückgewiesen werden soll.