Bereits am vergangenen Freitag (26. Mai) hat die Bundespolizei am Grenztunnel Füssen (BAB 7) Waffen und Munition bei zwei Italienern sichergestellt. Der zu sorglose Umgang mit ihrer Ladung hatte den beiden Männern reichlich Ärger und Umstände beschert.

Eine Streife der Kemptener Bundespolizei stoppte in der Kontrollstelle einen Transporter mit italienischer Zulassung. Der 55-jährige Fahrer und sein 38-jähriger Beifahrer gaben auf Nachfrage an, auf der Fahrt zu einem Schießwettbewerb zu sein.

Der Fund der Beamten bei der Nachschau im Auto war auch für die uniformierten Waffenträger alles andere als alltäglich. Auf und unter dem Rücksitz befanden sich ein Munitionsbehälter sowie ein Rucksack mit vier Munitionskisten und damit insgesamt 1.200 Patronen. In unverschlossenen Pistolentaschen oder in einfachen Stofftaschen in einem Rucksack waren außerdem vier halbautomatische Pistolen verstaut. Im Kofferraum lagen zudem 61 Packungen mit jeweils 1.000 Kugeln zur Herstellung von Patronen. Da ein Paket acht Kilogramm wiegt, brachte es diese Ladung auf ein stolzes Gesamtgewicht von 488 Kilogramm.

Die beiden Männer konnten europäische Feuerwaffenpässe vorzeigen, in denen die mitgeführten Pistolen ordnungsgemäß eingetragen waren. Nach Rücksprache mit dem Zoll hätte jedoch vor Antritt der Reise ein Nachweis über den Transport der Waffen und Munition bei der zuständigen Waffenbehörde eingeholt werden müssen.

Da die beiden Italiener den angegebenen Zweck des Schießwettbewerbs nicht glaubhaft belegen konnten und der sichere Umgang durch die unsachgemäße Aufbewahrung der Pistolen fragwürdig war, stellten die Bundespolizisten die gesamte Ladung sicher. Die beiden Italiener durften anschließend weiterreisen. Aufgrund der unzureichenden Transportsicherheit informierten die Beamten außerdem das Landratsamt Ostallgäu über den Verdacht einer Ordnungswidrigkeit.

Nachdem sich wenig später der Verantwortliche des Schießwettkampfes sowie dessen Rechtsanwalt bei der Bundespolizei gemeldet hatten, konnten zumindest die erforderlichen Nachweise für die Sportschützen erbracht werden.

Am Mittwochvormittag (31. Mai) meldeten sich die beiden Italiener unter anderem mit Waffenkoffern bei der Bundespolizei in Kempten. Die Sportschützen konnten schließlich ihre Fracht wieder in Empfang nehmen und ordnungsgemäß abtransportieren.

Bericht: Bundespolizei