Zöllner aus Furth im Wald stoppten auf der A3 einen türkischen LKW-Fahrer. Im Gepäck: ein vermeintlich harmloses Produkt mit gefährlichem, nicht deklariertem Inhalt.
Kontrolle auf der A3
Beamte der Kontrolleinheit Verkehrswege Furth im Wald kontrollierten auf der Autobahn A3 im Bereich Straubing-Bogen einen türkischen Lastkraftwagen. Auf die Frage, ob er anmeldepflichtige Waren oder verbotene Gegenstände mit sich führe, antwortete der Fahrer, ein türkischer Staatsangehöriger, mit Nein.
Fünf Gläser „Mysem Life Honey“ im Fahrzeug entdeckt
Im weiteren Verlauf der Kontrolle stießen die Zollbeamten auf fünf originalverpackte Gläser des Produkts „Mysem Life Honey“ mit je 230 Gramm Inhalt, insgesamt 1,15 Kilogramm. Nach eigenen Angaben des Fahrers waren die Gläser als Mitbringsel für seinen in Deutschland lebenden Bruder gedacht. Ein Rezept oder eine Einfuhrgenehmigung konnte er nicht vorlegen.
Verschreibungspflichtiger Wirkstoff im Honig
Bei dem Produkt handelt es sich nicht um gewöhnlichen Honig, sondern um ein nicht deklariertes Arzneimittel. Die Untersuchung ergab, dass der sogenannte Potenzhonig den Wirkstoff Sildenafil enthielt, einen Stoff, der in Deutschland ausschließlich auf ärztliches Rezept abgegeben werden darf und unter anderem zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird.
Die Waren wurden sichergestellt. Gegen den Fahrer wurde ein Steuerstrafverfahren wegen des Verdachts des Bannbruchs in Verbindung mit dem Arzneimittelgesetz eingeleitet.
Gesundheitsrisiken werden häufig unterschätzt
René Matschke, Leiter des Hauptzollamts Regensburg, warnte ausdrücklich vor der unterschätzten Gefahr solcher Produkte: „Bei vermeintlich harmlosen Lebensmitteln mit nicht deklarierten Arzneistoffen ist besondere Vorsicht geboten. Verbraucherinnen und Verbraucher unterschätzen häufig die gesundheitlichen Risiken solcher Produkte.“
Laut Verbraucherschutz kann Sildenafil Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Schwindel sowie Verdauungs- und Sehstörungen verursachen. Besonders kritisch sind mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Herzmedikamenten, die im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben können.