Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt aktuell vor einer Betrugsmasche auf Parkplätzen und Raststätten. Erfahren Sie hier, wie die Täter vorgehen und wie Sie sich schützen.

Die Masche mit der Notlage
In den vergangenen Wochen verzeichnete die Polizei in der Oberpfalz mehrere Fälle des sogenannten „Autobahngold“-Betrugs. Unbekannte Täter sprechen gezielt Autofahrer auf Parkplätzen, an Raststätten oder sogar am Straßenrand an. Sie täuschen eine glaubwürdige finanzielle Notlage vor, etwa weil ihnen das Geld für Benzin zur Weiterreise fehlt. In dieser vermeintlichen Notsituation bieten sie den Opfern Schmuck, Uhren oder Mobiltelefone an – entweder als Pfand für geliehenes Bargeld oder direkt zum Tausch gegen Geld. Die angebotenen Wertsachen stellen sich jedoch später stets als wertlose Imitate oder Fälschungen heraus. Sobald die Betrüger das Bargeld erhalten haben, verschwinden sie unerkannt.
Vorfälle bei Waidhaus und Parsberg
Mehrere konkrete Vorfälle ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektionen Vohenstrauß, Parsberg und Schwandorf sowie der Grenzpolizei Waidhaus. Mitte März wurden zwei Lkw-Fahrer am Grenzübergang Waidhaus angesprochen und gaben Geld für Kraftstoff. Im Gegenzug erhielten sie zwei Mobiltelefone, wovon eines gefälscht war und die Verpackung des zweiten leer war. In einem weiteren Fall bei Dietfurt Anfang April übergab ein 25-jähriger Autofahrer 100 Euro an einen Unbekannten, der vorgab, tanken zu müssen.
Als Pfand erhielt der junge Mann eine Armbanduhr und einen Ring, die sich später als minderwertig herausstellten. Die Polizei warnt, dass auch körperliche Übergriffe nicht ausgeschlossen sind, wie ein Fall in Tschechien zeigt, bei dem ein Senior getreten und beraubt wurde, als er sich nicht auf den Tausch einließ.
Erfolgreiche Abwehr in Tschechien
Nicht alle Betrugsversuche sind erfolgreich. In einem Fall auf einer Tankstelle in Tschechien wurde ein deutscher Staatsbürger von einer Gruppe aus zwei Frauen und zwei Männern angesprochen. Sie baten ihn, ihren Tankvorgang zu bezahlen und boten im Gegenzug Goldschmuck oder ein Mobiltelefon an. Der angesprochene Mann reagierte jedoch richtig: Er ging nicht auf das Angebot ein und verhinderte so einen finanziellen Schaden. Diese Reaktion zeigt, dass gesundes Misstrauen der beste Schutz gegen diese Masche ist.
Hinweise und Tipps der Polizei
Das Polizeipräsidium Oberpfalz appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein. Echtes Gold wird nicht am Straßenrand verkauft. Werden Sie angesprochen, kaufen oder tauschen Sie keinesfalls Schmuck oder Elektronik von unbekannten Personen, auch wenn die Geschichte glaubwürdig erscheint. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Informieren Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei über den Notruf 110. Notieren Sie sich, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, Kennzeichen, Fahrzeugtyp und Personenbeschreibungen der Verdächtigen. Warnen Sie auch ältere Angehörige und Bekannte vor dieser Betrugsform.
„Autobahngold“
Gefälschte Stempel auf wertlosem Messing, leere Handyverpackungen, Uhrenimitate.
