Weiden. Im August wurden bei einem Trickbetrug in Weiden Gold im Wert eines Einfamilienhauses ergaunert Dieser Fall belegt erneut, wie heimtückisch diese Betrugsmasche ist. Die Polizei in Weiden setzt unter anderem im Rahmen des Programmes SenSiWen (Senioren Sicherheit Weiden) auf die Sensibilisierung von Senioren. Polizeihauptkommissar Wilhelm Fritz von der Polizeiinspektion Weiden ging zu Beginn des ersten Sensiwen-Vortrags der Staffel 2020 im Maria-Seltmann-Haus zunächst auf diesen aktuellen Fall ein.
Ältere Menschen sind die Zielgruppe von Straftätern, die per Telefon Gewinnversprechen geben, per Enkeltrick Geld oder Edelmetall ergaunern oder sich als Polizisten ausgeben. Enkeltrickanrufen treten Fritz zufolge selten vereinzelt auf. Es handle sich dabei in der Regel um Fälle der organisierten Kriminalität. Die Masche setzt auf Angst und Schock. Die Täter geben sich als Verwandte aus, schildern eine finanzielle Notlage und fordern Geld. So war es auch beim Fall mit dem gestohlenen Gold in Weiden. Ein älteres Ehepaar erhielt einen Anruf ihrer angeblichen Nichte, die eine Sicherheit für einen Wohnungskauf benötige. Da sie nicht selber kommen könne, würde ein „Notarangestellter“ zur Abholung geschickt. Die Geschädigten begaben sich zur Bank, wo sie das Gold aus ihrem Schließfach holten. Am Nachmittag kam ein unbekannter Mann, und holte das Gold im Wert von über 260.000 Euro vor der Haustüre der Geschädigten ab. Erst nach einem Telefonat mit der richtigen Nichte fiel der Betrug auf und es erfolgte die Anzeigenerstattung. Die Schilderungen seien dabei so extrem und realistisch, dass ältere Leute nicht rational handeln würden, weiß Fritz.
Manche Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus. Sie erzählen dabei das Märchen, dass die Adresse des Angerufenen bei einem Einbrecher gefunden worden sei. Falls das Opfer Wertsachen zu Hause habe käme ein „Beamter“, um diese abzuholen und zu sichern. Fritz warnte die zwölf anwesenden Senioren auch vor Betrugsanrufen, bei denen die Auszahlung eines Gewinns versprochen wird. Das Opfer müsse davor noch eine Gebühr bezahlen
Die Tipps der Polizei Weiden: Geben Sie keine Informationen zu Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder ihren persönlichen Daten heraus! Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten haben, beenden Sie zuerst das Gespräch. Setzen Sie sich dann bitte umgehend mit der Polizei (Notruf: 110) oder mit einer Person Ihres Vertrauens in Verbindung. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Zeitdruck erzeugt wird oder Geheimhaltung gefordert wird! Wählen Sie nur ihnen bekannte und selbst recherchierte Telefonnummern.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen! Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen. Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
Bericht und Bild: Bundespolizei
