Meldungen
Polizei

Bei der Polizeiinspektion Amberg meldete sich am frühen Dienstagabend telefonisch eine Beraterin der U.S. Veterans Crisis Line. Eine Hotline für Veteranen der U.S. Streitkräfte. Die Anruferin bat um Hilfe, da sich in einem Chat ein Mann meldete, welcher um psych. Hilfe aufgrund familiärer Probleme bat.
Die Anruferin konnte mitteilen, dass sich der pensionierte US-Soldat im Raum Amberg aufhalten würde, mehr jedoch nicht. Sein Name war nicht bekannt, da man sich in dem teils anonymen Chat z.B. auch mit einem Spitz- oder Fantasienamen anmelden kann. Nachdem die Amerikanerin dem Beamten am Telefon ihre Informationen mitgeteilt hatte, bat sie um Hilfe beim Ausfindig machen des Hilfesuchenden. Einziger Anhalt war die IP-Adresse während des Chats.
Dem Beamten am Telefon kam die Geschichte des Veteranen jedoch bekannt vor, was in Amerika doch einige Verwunderung hervorrief, ausgerechnet den Beamten am Telefon zu haben, der ihren Chatpartner vielleicht kennen würde. Der Beamte recherchierte im polizeilichen Einsatzunterlagen und stieß auf einen, hier lebenden, pensionierten US-Soldaten, dem der Beamte letztes Jahr bei einem Einsatz tatsächlich auch versuchte, Hilfe über die US-Army aufgrund seiner familiären Probleme zukommen zu lassen.
Da man die Hotline nicht über das normale deutsche Telefonnetz erreichen konnte, wurde von Seiten der Polizeiinspektion Amberg ein Online-Chat mit der Einrichtung aufgebaut. Darin teilte er seine Erinnerungen mit und es deckte sich tatsächlich mit den Angaben aus dem Chatverlauf zwischen dem Soldaten und der Krisenhotline. Er bat um erneuten Anruf bei der Amberger Polizei.
Eine Streifenbesatzung der Polizei Amberg wurde zur Wohnadresse des Mannes geschickt, um nach der Person zu sehen. Die Anruferin aus New York bedankte sich schonmal im Voraus für die Unterstützung durch die Bayerische Polizei. Nach kurzer Zeit konnte die Streifenbesatzung rückmelden, dass es dem Veteranen gut ging.
Der Beamte nahm erneut Kontakt mit der Krisenstelle in New York auf und gab die Erkenntnisse weiter. Erleichtert zeigte sich die Amerikanerin von der Nachricht, dass es dem Hilfesuchenden körperlich und mental gut ginge und teilte mit, dass man weiter mit ihm in Kontakt bleibe, um ihn in seiner schwierigen familiären Situation zu unterstützen.
Immer noch voller Verwunderung und Freude, den Veteranen so schnell ausfindig gemacht und geholfen zu haben, verabschiedete sie sich mit viel Dank und den besten Wünschen aus Amerika.
