Zwei Auszubildende erlitten am Freitag in einem Neubau eine Kohlenmonoxid-Vergiftung durch ein Notstromaggregat. Die Polizei warnt vor dem Betrieb von Verbrennungsmotoren in geschlossenen Räumen.

Unfallhergang im Neubau
Am Freitag, den 10.04.2026, kam es in der Nelly-Sachs-Straße in Köfering (Landkreis Regensburg) zu einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle. Zwei 17-jährige Auszubildende einer regionalen Baufirma führten zwischen 12:00 und 13:00 Uhr Sanitärarbeiten im Dachgeschoss eines Neubaus durch. Zeitgleich lief im Erdgeschoss des Gebäudes ein benzinbetriebenes Notstromaggregat zur Stromversorgung. Das Aggregat war in einem geschlossenen Raum aufgestellt, wodurch sich die Abgase im Gebäude ansammeln konnten.
Symptome und ärztliche Versorgung
Während der Arbeiten im Dachgeschoss klagten beide Auszubildenden plötzlich über starke Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Symptome deuteten schnell auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung hin. Beide Verletzten wurden umgehend medizinisch versorgt und zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wurden sie stationär zur Beobachtung aufgenommen. Der Gesundheitszustand wurde als stabil, aber behandlungsbedürftig infolge einer leichten CO-Vergiftung beschrieben.
Ermittlungen und Feuerwehreinsatz
Die Befragung der Verunfallten im Krankenhaus durch Beamte der Polizeiinspektion Neutraubling ergab, dass die Auszubildenden vor Arbeitsbeginn über die Gefahren beim Betrieb eines Notstromaggregats belehrt worden waren. Laut eigener Aussage hatten sie sich jedoch keine Gedanken über die konkrete Situation gemacht. Die Freiwilligen Feuerwehren Köfering und Gebelkofen waren vor Ort im Einsatz. Sie führten CO-Messungen im Gebäude durch und gaben die Baustelle nach Belüftung wieder frei. Das Gewerbeaufsichtsamt wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die Polizei geht derzeit nicht von einem Fremdverschulden aus.
Warnung vor unsichtbarer Gefahr
Die Polizeiinspektion Neutraubling nimmt diesen Vorfall zum Anlass, um eindringlich vor dem Betrieb von Verbrennungsmotoren, dazu zählen Aggregate, Motorsägen oder Grills, in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen zu warnen. Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das beim Menschen nicht wahrgenommen wird. Beim Einatmen führt es innerhalb kürzester Zeit zu schweren Vergiftungserscheinungen oder kann im schlimmsten Fall tödlich enden.
Beispiele zur Vermeidung von CO-Vergiftungen
Notstromaggregate nur im Freien mit ausreichendem Abstand zu Fenstern und Türen betreiben.
Regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen und Gasthermen sowie Installation von CO-Warnmeldern in Innenräumen.
