Über eine bekannte Video-Plattform täuschte ein Unbekannter eine Liebesbeziehung vor, um die Seniorin um ihr gesamtes Erspartes zu bringen. Die Polizei warnt nun eindringlich vor dieser modernen Form des Heiratsschwindels.
(Bericht: PI Schwandorf)
Am Mittwoch (25.03.2026) erstattete die Geschädigte Anzeige bei der Polizei, nachdem sie realisieren musste, dass ihre vermeintliche „exklusive Liebesbeziehung“ lediglich ein eiskaltes Konstrukt von Internet-Betrügern war.
Die Masche: Gefühle als Waffe
Der Kontakt begann vor einiger Zeit auf einer Social-Media-Plattform, die hauptsächlich für das Teilen kurzer Videos bekannt ist. Was harmlos anfing, entwickelte sich schnell zu einem intensiven Austausch über Chats und E-Mails.
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Falsche Identität: Der Täter gab vor, in der Ukraine zu leben. Durch den ständigen Kontakt baute er eine tiefe emotionale Bindung und eine falsche Vertrautheit zur 63-Jährigen auf.
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Die Notlage: Schließlich behauptete der Unbekannte, er wolle zu ihr nach Deutschland kommen, habe aber kein Geld für einen Reisepass und die Reisekosten.
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Der finanzielle Ruin: Im Vertrauen auf die gemeinsame Zukunft überwies die Schwandorferin mehrfach Geld. Insgesamt summierte sich die Beute des Betrügers auf über 80.000 Euro.

Was ist Love-Scamming?
Beim sogenannten „Love-Scamming“ (auch Romance Scamming genannt) suchen Betrüger in sozialen Netzwerken oder Online-Partnerbörsen nach Opfern. Sie nutzen gestohlene Fotos attraktiver Personen und täuschen eine seriöse Lebenssituation vor. Sobald das Vertrauen gewonnen ist, folgen Forderungen nach Geld aufgrund angeblicher Notfälle oder Reisepläne.
🛡️ Warnung der Polizei: So schützen Sie sich
Die Polizeiinspektion Schwandorf warnt generell davor, Geld an Internetbekanntschaften zu senden.
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Skepsis bei schnellen Liebesgeständnissen: Seien Sie misstrauisch, wenn eine Online-Bekanntschaft sehr schnell von der „großen Liebe“ spricht.
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Kein Geld an Fremde: Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht persönlich getroffen haben – egal wie plausibel die Notlage klingt.
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Bilder-Check: Nutzen Sie die umgekehrte Bildersuche im Internet, um zu prüfen, ob die Profilbilder des Gegenübers bereits auf anderen Seiten oder in Warnlisten auftauchen.
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Offenheit: Sprechen Sie mit Freunden oder Familienangehörigen über neue Internetbekanntschaften. Außenstehende erkennen Betrugsmuster oft schneller.
📋 Kompakt-Faktencheck: Betrugsfall Schwandorf
| Detail | Fakten |
| Ort | Schwandorf |
| Opfer | 63-jährige Deutsche |
| Plattform | Social-Media (Video-Plattform) |
| Schadenshöhe | Über 80.000 Euro |
| Masche | Love-Scamming / Romance Scam |
