Doch die erfahrenen Beamten der Amberger Polizei ließen sich nicht täuschen. Nun steht die Frau vor einem juristischen Scherbenhaufen.

Erfundener Rammstoß auf der Staatsstraße

Am vergangenen Dienstag (13.01.2026) setzte eine 45-jährige Ambergerin einen dramatischen Notruf ab. Sie behauptete, auf der Staatsstraße 2040 zwischen Poppenricht und Sulzbach-Rosenberg von einem entgegenkommenden Pkw gerammt worden zu sein. Durch die Wucht des Aufpralls sei sie ins Schleudern geraten, beide Airbags ihres Wagens lösten aus. Der vermeintliche Verursacher sei einfach weitergefahren.

Doch die alarmierten Polizisten schöpften bereits vor Ort Verdacht. Das Schadensbild an der linken Fahrzeugseite der Frau wollte so gar nicht zu der Schilderung eines frontalen oder seitlichen Zusammenstoßes im Gegenverkehr passen. Trotz der Zweifel blieb die Dame hartnäckig bei ihrer Version.

Unfallflucht, Polizei
Foto: Symbolbild

Unfallfluchtfahnder entlarvt „Leitplanken-Märchen“

Am nächsten Tag nahm ein spezialisierter Unfallfluchtfahnder der Verkehrspolizei Amberg den Pkw unter die Lupe. Sein vernichtendes Urteil: Die Schäden stammten eindeutig von einer Kollision mit einer Leitplanke und nicht von einem anderen Fahrzeug. Als die Frau mit den Fakten und den Konsequenzen weiterer Ermittlungen konfrontiert wurde, geriet ihr Lügengebäude ins Wanken.

Einen Tag später folgte das telefonische Geständnis: Die 45-Jährige hatte den Unfall auf der Staatsstraße komplett erfunden. Tatsächlich war sie zuvor auf der Autobahn von Nürnberg Richtung Amberg aufgrund eines Fahrfehlers in die Mittelschutzplanke gekracht. Aus Angst vor einer Strafe wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort erfand sie die Geschichte vom flüchtigen Raser.

Teures Nachspiel: Dreifache Strafanzeige

Die versuchte Täuschung kommt die Ambergerin nun teuer zu stehen. Die Polizei leitete ein umfangreiches Ermittlungsverfahren ein. Die Liste der Vorwürfe ist lang:

  1. Vortäuschen einer Straftat

  2. Missbrauch von Notrufen

  3. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (bezüglich des ursprünglichen Autobahn-Unfalls)


📋 Kompakt-Faktencheck

Details Information
Ort (erfunden) Staatsstraße 2040 (Poppenricht – Sulzbach-Rosenberg)
Ort (tatsächlich) Autobahn (Nürnberg Richtung Amberg)
Beteiligte 45-jährige Frau aus Amberg
Schaden Beide Airbags ausgelöst, massiver Leitplankenschaden
Ermittlung PI Amberg & VPI Amberg (Unfallfluchtfahnder)
Strafmaß Verfahren wegen Vortäuschen einer Straftat & Unfallflucht