Eine 27-Jährige wurde von einer Unbekannten bedrängt, die sich als Kriminalbeamtin ausgab und das Smartphone der Frau „beschlagnahmen“ wollte. Der Schwindel flog jedoch schnell auf – denn die vermeintliche Ermittlerin hatte keinen Ausweis.
„Beweise“ auf dem Smartphone?
Die 27-jährige Geschädigte befand sich am Mittwochabend (07.01.2026) auf der Heimreise im Zug. Gegen 19:45 Uhr wurde sie plötzlich von einer ihr unbekannten Frau angesprochen. Diese trat äußerst selbstbewusst auf und stellte sich als Kriminalbeamtin vor. Ihre Forderung: Die 27-Jährige solle sofort ihr Smartphone herausgeben, da sich darauf angeblich „Beweise“ befänden.

Fahne statt Dienstausweis
Die junge Frau ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Ihr fiel schnell auf, dass die vermeintliche Polizistin deutliche Anzeichen einer Alkoholisierung zeigte. Auch das sonstige Erscheinungsbild und Verhalten passten kaum zum seriösen Auftreten einer echten Beamtin.
Als die 27-Jährige nach dem Dienstausweis fragte, konnte die Schwindlerin keinen vorlegen. Daraufhin verweigerte das Opfer standhaft die Herausgabe des Handys. Es entwickelte sich ein lautstarkes Wortgefecht, das bis zur Ankunft im Bahnhof Weiden andauerte.
Anzeige wegen Amtsanmaßung
Am Bahnhof Weiden stiegen beide Frauen aus. Während die falsche Polizistin in unbekannte Richtung flüchtete, ging die 27-Jährige direkt zur Wache der Bundespolizei, um Anzeige zu erstatten.
Die Beamten haben nun Ermittlungen wegen Amtsanmaßung (§ 132 StGB) aufgenommen. Wer sich unbefugt als Amtsträger ausgibt und entsprechende Handlungen vornimmt (wie etwa die Beschlagnahmung eines Handys), muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.
📋 Kompakt-Faktencheck
-
Ort: Regionalexpress Nürnberg – Weiden / Bahnhof Weiden
-
Zeit: Mittwoch, 07.01.2026, gegen 19:45 Uhr
-
Geschädigte: 27-jährige Deutsche
-
Täterin: Unbekannte Frau (flüchtig), alkoholisiert
-
Tatvorwurf: Amtsanmaßung (Versuchte Beschlagnahmung eines Handys)
-
Zuständigkeit: Bundespolizeiinspektion Waidhaus (Revier Weiden)
🔍 Zeugenaufruf
Reisende, die am Mittwochabend im RE von Nürnberg nach Weiden Zeugen der Auseinandersetzung wurden oder Hinweise zur Identität der falschen Kriminalbeamtin geben können, werden gebeten, sich bei der Bundespolizei zu melden.
