Zwei Schwerstverletzte nach Kletterunfall an der „Ammerthaler Wand“ (Update)

Ammerthal.  Die „Rote Wand“, auch bekannt als „Ammerthaler Wand“, ist ein beliebter und häufig genutzter Kletterfelsen zwischen Ammerthal und Pürschläg. Er gilt als vergleichsweise gut abgesichert. Trotzdem ereignete sich hier am Abend des 29.07.2020 ein schwerer Kletterunfall.

Kurz vor 18 Uhr ging ein Notruf in der Integrierten Leitstelle Amberg ein, der einen Kletterunfall mit zwei Verletzten an der Roten Wand bei Ammerthal meldete. In der Folge alarmierte die Leitstelle ein Großaufgebot an Rettungskräften dorthin. Dem ersteintreffenden Helfer vor Ort Ammerthal stellte sich die Lage so dar, dass ein Kletterer aus ca. 7 Metern Höhe abstürzte und dabei auf seinen am Boden stehenden Sicherungspartner fiel.

Während der Kletterer selbst in der Ersteinschätzung als „mittelschwer“ galt, wurde der Sicherungspartner als schwerverletzt eingestuft. Zusammen mit den kurz darauf eintreffenden Notärzten aus Amberg und Sulzbach wurden beide Patienten versorgt. Einsatzkräfte der Bergwachten Amberg und Sulzbach bereiteten die Rettung der Verletzten aus dem steilen und felsdurchsetzten Waldgelände vor, sodass kurze Zeit später der Abtransport zu den bereitstehenden Rettungswagen beginnen konnte. Die Freiwillige Feuerwehr Ammerthal unterstützte die Bergwacht- und Rettungsdienstkräfte hierbei tatkräftig.

Die gute Zusammenarbeit aller Kräfte am Einsatzort ermöglichte es, dass der schwerverletzte Sicherer 55 Minuten nach Alarmierung der Einsatzkräfte die Notaufname des Klinikums erreichte. Im Einsatz waren der HvO und die Feuerwehr Ammerthal, zwei Notärzte sowie zwei Rettungswagen, die Bergwachten Amberg und Sulzbach sowie der Rettungshubschrauber Christoph 80 aus Weiden, der jedoch nicht eingreifen musste. Die genaue Unfallursache wird derzeit durch die Polizei ermittelt, die die Ammerthaler Wand für Kletterer zunächst sperrte.

Für die Bergwacht Amberg ist dies bereits der dritte Absturz eines Kletterers in diesem Monat: Vor knapp einer Woche, am 23.07.2020, ereignete sich ein Kletterunfall an der Weißen Wand Absturz Kletterer Neutras zwischen Neutras und Hirschbach. Am 08.07. stürzte ebenfalls bei Hirschbach ein Bundeswehrsoldat Absturz Bundeswehrsoldat mehrere Meter zu Boden und musste mit einem Hubschrauber gerettet werden.

Bericht und Bild: Bergwacht Amberg / Maximilian Knab

 

Bericht der PI Amberg:

Ammerthal/Illschwang. An der sogenannten „Roten Wand“, die direkt an den Gemeindegrenzen liegt und als Geheimtipp für Kletterbegeisterte in der Region gilt, ereignete sich am Mittwochnachmittag ein schwerer Unfall.

Zunächst trafen sich dort ein Ehepaar aus Mittelfranken und deren Bekannter aus dem Gemeindebereich Illschwang zum Klettern. Zur Sicherung während der einzelnen Klettertouren an der Wand, wurde ein im Fels einbetonierter Hacken für das Sicherungsseil verwendet. Als sich der 32-jährige Mittelfranke in ca. 8 Meter Höhe befand und im Seil hing, brach aus noch ungeklärter Ursache der Hacken ab und er stürzte die Wand hinab. Sein Sicherer, ein 41-jähriger Mann aus der Gemeinde Illschwang versuchte vermutlich den Herabfallenden noch zu fangen, bzw. dessen Sturz abzubremsen, denn er wurde unter ihm begraben. Die 26-jährige Ehefrau des Verunfallten musste alles hilflos ansehen und setzte einen Notruf ab.

Rettungskräfte wurden alarmiert und die Feuerwehr Ammerthal sowie die Bergwachten Amberg und Sulzbach-Rosenberg rückten an und bargen die Verunglückten. Beide Männer wurden mit teilweise schwersten Verletzungen ins Klinikum Amberg eingeliefert und der 42-Jährige befindet sich weiterhin in einem kritischen und lebensgefährlichen Zustand.

Zu den Ermittlungen wurde ein speziell geschulter Sachbearbeiter für Kletterunfälle des Polizeipräsidiums Oberpfalz hinzugezogen. Eine Sicherstellung der Kletterausrüstung erfolgte und bis zur genauen Feststellung der Unfallursache wird die gesamte Kletterwand gesperrt bleiben. Es müssen zuerst alle einbetonierten Haken überprüft und die genaue Unfallursache geklärt werden, bis die Kletterwand wieder freigegeben werden kann. Tragisch an dem Unfallgeschehen ist vor allem der Umstand, dass sich die Kletterer auf den vermeintlich sicheren Haken verlassen hatten.

Es bleibt zu hoffen, dass der 42-Jähige seinen selbstlosen Einsatz nicht mit seinem Leben oder schwerwiegenden Folgen bezahlen muss.