Nach einer 24-stündigen, intensiven Geschwindigkeitsüberwachung in der gesamten Oberpfalz ging der Blitzmarathon 2026 am 16. April um 6 Uhr zu Ende. Das Polizeipräsidium Oberpfalz zieht nun Bilanz über die großangelegte Kontrollaktion.

Hintergrund der Aktion
Ziel dieser erneuten Maßnahme war es, die Gefahren und Risiken von Geschwindigkeitsüberschreitungen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Langfristig soll dies dazu beitragen, die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren. Der 24-Stunden-Blitzmarathon in Bayern fand auch im Jahr 2026 im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms 2030 „Bayern mobil sicher ans Ziel“ statt. Diese Kontrollen sind mittlerweile ein fester Bestandteil der kontinuierlichen Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei.
Durchführung und Messstellen
Der Marathon begann am 15. April um 6 Uhr. Für die Dauer von 24 Stunden betreuten die Oberpfälzer Polizeidienststellen rund 80 vorgeplante Messstellen. Die Auswahl dieser Stellen erfolgte strategisch, um einen möglichst großen Effekt auf die Verkehrssicherheit zu erzielen. Nahezu 200 Einsatzkräfte befanden sich zur Geschwindigkeitsüberwachung im Einsatz.
Unfallursache Geschwindigkeit
In der Oberpfalz bleibt überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine zentrale Unfallursache. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 705 Verkehrsunfälle, bei denen Geschwindigkeit ursächlich war. Dabei verloren 19 Menschen ihr Leben, weitere 424 Personen wurden verletzt. Besonders schwerwiegend sind Verkehrsunfälle auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Dort ereignen sich viele der schweren Unfälle, bei denen in der Oberpfalz mehr als die Hälfte der Verkehrstoten zu beklagen ist.
Ergebnisse und gravierender Verstoß
Innerhalb der 24 Stunden führten die Einsatzkräfte bei über 21.000 Fahrzeugen Tempomessungen durch. Dabei wurden insgesamt 393 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. 204 Verkehrsteilnehmer wurden unmittelbar vor Ort angehalten und kontrolliert. Aufgrund der festgestellten Überschreitungen müssen die Betroffenen nun mit entsprechenden Verwarnungs- oder Bußgeldern rechnen. In schwerwiegenderen Fällen drohen zudem Punkte im Verkehrszentralregister sowie Fahrverbote.
Ein besonders gravierender Verstoß wurde kurz nach Mitternacht auf der B16 bei Walderbach festgestellt: Ein 34-jähriger Fahrzeugführer wurde bei erlaubten 100 km/h mit einer Geschwindigkeit von 181 km/h gemessen. Ihn erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von mehreren hundert Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von drei Monaten.
Die Geschwindigkeitsüberwachung stellt einen wichtigen Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit dar und dient dem Schutz von Leben und Gesundheit aller Menschen. Eine konsequente Verfolgung und Ahndung von Tempoverstößen durch die Oberpfälzer Polizei wird darum auch außerhalb des Blitzmarathons fortgesetzt.
Beispiele für Geschwindigkeitsverstöße
B16 bei Walderbach: 181 km/h bei erlaubten 100 km/h (Punkte, Bußgeld, Fahrverbot).
Innerorts: 75 km/h statt 50 km/h (Verwarnung oder Bußgeld).
