In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2026 führte die Oberpfälzer Polizei eine groß angelegte Kontrollaktion gegen Verstöße im Großraum- und Schwerverkehr durch. Unterstützt wurde sie von Spezialisten sämtlicher bayerischer Polizeiverbände.


Haftbefehl
Foto: BP Waidhaus

64 Einsatzkräfte bei gemeinsamer Aktion

Für optimale Einsatzbedingungen sorgte das Technische Hilfswerk Wörth an der Donau, das die Kontrollstelle ausleuchtete, sowie das Technische Hilfswerk Laaber, welches die eingesetzten Kräfte mit Verpflegung unterstützte. Insgesamt waren 64 Einsatzkräfte an der Kontrollaktion beteiligt. Miteingebunden waren zudem Mitarbeiter der Regierung der Oberpfalz und mehrerer Landratsämter.

31 Verstöße bei 54 Kontrollen

Im Verlauf der Nacht wurden 54 Großraum- und Schwertransporte sowie weitere Schwerverkehrsfahrzeuge einer intensiven Kontrolle unterzogen. Das Ergebnis zeigt, dass der Kontrolldruck notwendig ist: Insgesamt wurden 31 Verstöße festgestellt. Diese gliederten sich in eine Strafanzeige, sechs Geschwindigkeitsverstöße, elf Verkehrsordnungswidrigkeiten sowie 14 weitere Ordnungswidrigkeiten. In zehn Fällen musste die Weiterfahrt aufgrund erheblicher Mängel oder fehlender Voraussetzungen zunächst unterbunden werden.

Fahrer ohne gültige Fahrerlaubnis

Besonders schwer wog der Fall eines 54-jährigen rumänischen Lkw-Fahrers, der im Rahmen eines Großraum- und Schwertransportes eine Stahlplatte ohne die erforderlichen Genehmigungen transportierte. Im Zuge der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte zudem fest, dass seine Fahrerlaubnis der Klasse CE bereits seit März 2026 abgelaufen war. Gegen den Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Weitere sicherheitsrelevante Verstöße

Darüber hinaus deckten die Kontrollteams zahlreiche sicherheitsrelevante Verstöße auf. Hierzu gehörten erhebliche Überschreitungen zulässiger Maße und Gewichte, technische Mängel wie gerissene Bremsscheiben und beschädigte Reifen, Verstöße gegen Sozialvorschriften sowie fehlende oder nicht eingehaltene Schwertransportgenehmigungen. In mehreren Fällen war eine Weiterfahrt erst nach Beseitigung der Mängel beziehungsweise nach Vorlage der erforderlichen Genehmigungen möglich.

Schwerer Fall: Tieflader mit Steinbrecher

Ein besonders gravierender Fall betraf einen 52-jährigen rumänischen Kraftfahrer, der mit einem Tieflader einen Steinbrecher ohne die erforderliche Genehmigung transportierte. Neben einer mangelhaften Konfiguration des Kontrollgeräts und einer unzureichenden Ladungssicherung mit obsoleten Sicherungsmitteln stellten die Spezialisten erhebliche technische Defekte am Fahrzeug fest. Unter anderem waren Reifen beschädigt, eine Bremsscheibe der Zugmaschine gerissen und der Rahmen des Aufliegers mehrfach gerissen. Die erste Achse des Aufliegers war um 87 Prozent, das Gesamtgewicht der Fahrzeugkombination um 57 Prozent überladen. Die Kombination überschritt zudem die zulässige Fahrzeuglänge um mehr als einen Meter und wies einen unzulässigen Ladungsüberhang von 1,9 Metern auf. Eine Weiterfahrt war ausgeschlossen. Das Transportunternehmen musste einen Ersatztransport organisieren.

Fazit der Kontrollaktion

Die Kontrollaktion verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung gezielter Schwerverkehrskontrollen. Technische Mängel, Überladungen oder fehlende Genehmigungen stellen erhebliche Risiken für alle Verkehrsteilnehmer dar. Durch die enge Zusammenarbeit der Spezialisten aus den verschiedenen Polizeiverbänden konnten zahlreiche Verstöße erkannt und gefährliche Fahrzeuge rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden. Die gemeinsame Kontrollaktion war ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sie setzte ein deutliches Zeichen für konsequente Kontrollen im Schwerverkehr und machte klar, dass Verstöße konsequent verfolgt werden.