Von einer Axt-Attacke bis zur Online-Erpressung: Die Polizei Amberg war am Wochenende mehrfach im Einsatz. Ein Überblick über die Vorfälle von Samstag und Sonntag.
Axt-Attacke und Übergriffe in der Innenstadt
Am frühen Samstagmorgen, gegen 0.30 Uhr, ging bei der Polizei eine Mitteilung über eine Person in der Schweppermannstraße ein. Diese hatte mit einer Axt den Außenspiegel eines parkenden Pkw abgeschlagen und anschließend auf einen Stromkasten eingeschlagen. Mehrere Streifen rückten aus und trafen vor Ort auf einen 21-jährigen Heranwachsenden. Auf Ansprache der Beamten legte er die Axt sofort ab und ließ sich ohne Widerstand fixieren. Aufgrund seines Zustands brachten die Beamten ihn anschließend in eine Fachklinik.
Nur wenige Stunden später, gegen 4.35 Uhr, kam es vor einem Lokal am Schrannenplatz zu einem weiteren Vorfall. Ein 34-Jähriger wurde dort ohne erkennbaren Grund von einem Unbekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Durch den Sturz zog sich der Mann zusätzliche Verletzungen am Knie und am Arm zu. Der Angreifer, der sich in einer Gruppe befand, flüchtete sofort nach der Tat. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen.
Auch beim Amberger Altstadtfest blieb die Polizei am Samstagabend nicht ohne Einsatz. Gegen 23.25 Uhr umarmte ein etwa 15-jähriger Jugendlicher ein gleichaltriges Mädchen gegen ihren Willen, griff ihr mit beiden Händen ans Gesäß und hob sie hoch. Als zwei andere Jugendliche dem Mädchen zu Hilfe kamen, mischte sich ein weiterer Unbekannter ein und schlug sowie trat einem der Helfer in den Rücken. Verletzt wurde dieser dabei nicht. Beide Tatverdächtige sind bislang nicht identifiziert. Die Polizei Amberg bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 09621/890-0 zu melden.
Schlägerei und Notfall auf Volksfesten
In der Nacht auf Sonntag eskalierte die Lage auf dem Festgelände der Schnaittenbacher Kirwa. Zunächst schlugen zwei bislang unbekannte Männer auf einen Besucher ein. Als Security-Mitarbeiter eingriffen, um die Beteiligten aus dem Zelt zu begleiten, kam es erneut zu Rangeleien und Schlägen. Insgesamt waren sechs Personen in die Auseinandersetzungen verwickelt. Streifen aus Amberg und Nabburg nahmen die Vorgänge auf und sprachen mehrere Platzverweise aus.
Einen medizinischen Notfall gab es bei einer Veranstaltung in Kastl/Utzenhofen. Ein 45-jähriger Festbesucher musste reanimiert werden, nachdem er ein zuvor verzehrtes Stück Fleisch erbrochen, aspiriert und daraufhin zusammengebrochen war. Ein aufmerksamer Besucher leitete sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Der alarmierte Rettungsdienst konnte das Fleischstück entfernen und den Mann stabilisieren, bevor er zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.
Waffenfund nach Ruhestörung und Blechschaden im Verkehr
In Amberg sorgte ein 44-Jähriger in der Nacht auf Sonntag, gegen 1 Uhr, mit lautem Schreien in seiner Wohnung für einen Polizeieinsatz. Eine Streife des Einsatzzuges Amberg traf vor Ort auf einen erheblich alkoholisierten Mann. Die Gründe für sein Verhalten ließen sich nicht klären. Dafür stellten die Beamten fest, dass der 44-Jährige im Besitz einer PTB-Waffe war und zuvor damit hantiert hatte. Die Waffe wurde zur Gefahrenabwehr sichergestellt. Da der Mann weiterhin keine Einsicht zeigte, nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam – die restliche Nacht verbrachte er in einer Zelle.
Am Sonntagnachmittag, gegen 17 Uhr, ereignete sich an der Kreuzung Dr.-Filchner-Straße/Sven-Hedin-Straße ein Verkehrsunfall. Ein 47-Jähriger wollte von der Dr.-Filchner-Straße nach rechts in die Sven-Hedin-Straße abbiegen, als zugleich ein Linienbus aus der Sven-Hedin-Straße nach links einbog. Um eine Kollision mit dem Bus zu vermeiden, fuhr der 47-Jährige etwas zurück und touchierte dabei ein am Fahrbahnrand parkendes Auto. Es entstand ein Sachschaden von rund 3.000 Euro.
Warnung: 14-Jähriger Opfer von Sextortion
Am Sonntagabend wurde ein 14-jähriger Amberger Opfer einer sogenannten Sextortion. Über eine Social-Media-Plattform hatte er Kontakt zu einer ihm unbekannten Person. Nach kurzer Anbahnung wechselten beide zu einem Videoanruf und tauschten anschließend intime Bilder aus. Unmittelbar danach forderte die unbekannte Person den Jugendlichen auf, eine dreistellige Summe per Gutscheinkarten zu zahlen – andernfalls sollten die Aufnahmen veröffentlicht werden. Der 14-Jährige ging auf die Forderung nicht ein und erstattete Anzeige bei der Polizeiinspektion Amberg.
Der Fall zeigt, wie schnell aus einem vermeintlich harmlosen Online-Kontakt eine ernste Bedrohung entstehen kann. Hinweise zum Schutz vor Sextortion raten unter anderem dazu, niemals auf Geldforderungen einzugehen, den Kontakt sofort abzubrechen und Chatverläufe als Beweis zu sichern. Wer betroffen ist, sollte sich – wie der 14-Jährige – nicht scheuen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.