Heftiger Starkregen hat das Stadtgebiet Schwandorf in der Nacht in den Ausnahmezustand versetzt. Landrat Ebeling rief die Örtliche Einsatzleitung aus – rund 400 Kräfte kämpfen gegen die Flut.
Ausnahmezustand ab 22:18 Uhr
Landrat Thomas Ebeling hat am Abend um 22:18 Uhr gemäß Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes (BayKSG) die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) für den Landkreis Schwandorf eingesetzt. Grund ist eine außergewöhnliche Unwetterlage, die das gesamte Stadtgebiet der Großen Kreisstadt erfasst hat und eine behördenübergreifende Koordinierung erforderlich machte.
Den Vorsitz der ÖEL übernimmt Kreisbrandrat Christian Demleitner. Der Stab tagt im Landratsamt Schwandorf, während Landrat Ebeling sich persönlich vor Ort ein Bild der Lage verschafft und in engem Austausch mit der Einsatzleitung steht.
300 Einsatzstellen, 170 noch offen
Zum Stand 23:00 Uhr waren rund 300 Einsatzstellen registriert. Alle Einsätze werden ausschließlich über die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) Schwandorf disponiert und nach ihrer Dringlichkeit priorisiert. Vorrang haben Lagen, bei denen Menschen in Gefahr sind oder kritische Infrastruktur bedroht wird.
Laut der jüngsten Lagebesprechung in der Kreiseinsatzzentrale sind derzeit noch 170 Einsatzstellen offen, 50 befinden sich in Bearbeitung, 35 wurden bereits abgearbeitet. Zahlreiche Keller und Unterführungen im Stadtgebiet sind vollgelaufen, nicht alle Unterführungen sind derzeit befahrbar.
Über 400 Kräfte im Großeinsatz
Mehr als 400 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks sowie der Rettungsdienste sind im Einsatz, um Keller auszupumpen und den Verkehr zu regeln. Zur Bewältigung der Lage wurden eigens Hochwasserpumpen aus den Nachbarlandkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab angefordert.
Polizei und technische Fachdienste unterstützen die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot. Das Landratsamt bittet die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu unterlassen, Einsatzstellen weiträumig zu umfahren und die Arbeit der Rettungskräfte nicht zu behindern.
Weiterer Regen aus dem Südosten erwartet
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bereits mit den nächsten Niederschlägen aus dem südöstlichen Landkreis zu rechnen. Die Einsatzkräfte hoffen, dass die neuen Regenfälle deutlich schwächer ausfallen und das Stadtgebiet von Schwandorf verschonen. Über die weitere Entwicklung der Lage will das Landratsamt fortlaufend informieren.