Ein Flammenmeer in der Waldmünchener Schulstraße hielt in der Nacht zum Dreikönigstag zahlreiche Rettungskräfte in Atem. Trotz eines Sachschadens im sechsstelligen Bereich konnten sich die Bewohner in letzter Sekunde retten.
Bewohner retten sich unverletzt aus den Flammen
Gegen 03:30 Uhr am Dienstagmorgen (06.01.2026) schrillten in Waldmünchen die Sirenen. In der Schulstraße war ein Gebäude in Brand geraten. Das Feuer breitete sich schnell aus, doch das Wichtigste zuerst: Die beiden Bewohner bemerkten die Gefahr rechtzeitig und konnten sich selbstständig ins Freie retten. Nach aktuellem Sachstand wurde niemand verletzt.

Internationaler Feuerwehreinsatz verhindert Katastrophe
Die Löscharbeiten gestalteten sich intensiv. Zahlreiche Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Cham eilten zur Einsatzstelle. Besonders hervorzuheben ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Auch eine Einheit der tschechischen Feuerwehr unterstützte die deutschen Kollegen tatkräftig.
Durch das schnelle und koordinierte Eingreifen gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf die direkt angrenzenden Nachbaranwesen zu verhindern. Dennoch ist der finanzielle Schaden immens: Ersten Schätzungen zufolge beläuft sich der Sachschaden auf mehrere 100.000 Euro.
Kripo Regensburg übernimmt – Brandfahnder im Einsatz
Noch während die Nachlöscharbeiten am Dienstagvormittag andauerten, übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg die Ermittlungen vor Ort. Um die bislang völlig unklare Brandursache zu klären, werden speziell ausgebildete Brandfahnder eingesetzt, die das Gebäude untersuchen, sobald es sicher betreten werden kann.
📋 Kompakt-Faktencheck
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Ort: Waldmünchen, Schulstraße
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Zeit: Dienstag, 06.01.2026, ca. 03:30 Uhr
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Beteiligte: 2 Bewohner (unverletzt), Feuerwehren LK Cham & Tschechien
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Schaden: Mehrere 100.000 Euro
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Status: Brandursache unklar, Ermittlungen durch Kripo Regensburg laufen
🔍 Zeugenaufruf
Die Kriminalpolizei bittet Personen, die in den frühen Morgenstunden in der Schulstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zur Entstehung des Feuers geben können, sich unter der Telefonnummer 0941/506-0 zu melden.
Meldung der Kreisbrandinspektion Cham dazu:
200 Einsatzkräfte bei -15 Grad im Einsatz
Vollbrand am Dreikönigstag: Alarmstufe B4
Gegen 03:29 Uhr löste die Leitstelle Regensburg zunächst Alarm aus, nachdem der Dachstuhl des Bäckereigebäudes in der Schulstraße bereits weithin sichtbar in Flammen stand. Angesichts der dichten Bebauung in der Innenstadt wurde die Alarmstufe umgehend auf B4 erhöht.
Unter der Leitung des Waldmünchner Kommandanten Michael Bierl und mit Unterstützung der Führungskräfte KBR Michael Stahl, KBI Norbert Auerbeck sowie der Kreisbrandmeister Andreas Bierl und Benjamin Wachter koordinierten die Rettungskräfte einen massiven Löschangriff.
200 Helfer im internationalen Einsatz
Insgesamt waren 18 Feuerwehren mit 38 Fahrzeugen vor Ort, darunter vier Wehren aus dem benachbarten Tschechien (Klentsch, Postrekov, Chodov und Domazlice).
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Rettung aus dem Gebäude: Die Bewohner konnten sich größtenteils selbst retten, einige wurden von der Feuerwehr ins Freie geführt.
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Riegelstellung: Durch den Einsatz von drei Drehleitern aus Waldmünchen, Furth im Wald und Cham konnte das direkt angrenzende Wohn- und Verkaufsgebäude erfolgreich vor den Flammen geschützt werden.
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Technik: Die FFW Roding setzte eine Drohne ein, um Glutnester aus der Luft zu lokalisieren.
Extreme Bedingungen: Rohrbruch und -15 Grad Celsius
Der Einsatz wurde durch zwei massive Faktoren erschwert:
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Wasserversorgung: Ein Bruch in einer Hauptleitung zwang die Einsatzkräfte dazu, vier Förderleitungen über 500 Meter zu einem Bach zu verlegen.
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Eiseskälte: Bei Temperaturen von -15 Grad gefror das Löschwasser sofort auf den Straßen und an der Ausrüstung. Der städtische Bauhof war im Dauereinsatz, um die spiegelglatten Flächen zu salzen.
Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Markus Ackermann zeigten sich vor Ort erschüttert, besonders da der Betrieb bereits im letzten Jahr an Fronleichnam von einem Brand getroffen worden war. Die Bewohner und Einsatzkräfte konnten sich in der nahegelegenen Berufsschule aufwärmen.
