Bericht: ASB

Ein Jahr nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die Menschen in der Ukraine weiterhin mit humanitärer Hilfe. Dies umfasst Lebensmittelpakete und Hygieneartikel, Bargeldhilfen für den Lebensunterhalt sowie psychosoziale Unterstützung und Winterhilfen. Der ASB hat mit seinen Hilfeleistungen bislang 125.000 Menschen in der Ukraine erreicht. Insbesondere werden vulnerable Gruppen wie Menschen mit Behinderung, kinderreiche Familien und alte Menschen unterstützt.

Der ASB, der schon vor dem Krieg Hilfsbedürftige in der Ostukraine versorgt hatte, hat nach Kriegsbeginn seine Hilfeleistungen auf die ganze Ukraine ausgeweitet. Eine Karte mit Orten, in denen der ASB Hilfe leistet, finden Sie hier.

Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit mit dem ASB-Länderbüro in der Ukraine und dem ukrainischen Samariterbund (SSU) als langjährigem Partner sowie weiteren lokalen Partnern. “Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB-Länderbüros in der Ostukraine mussten selbst mit ihren Familien vor dem Krieg in die Westukraine fliehen. Sie, das Team des Kiewer Büros und unsere Partnerorganisationen haben unter widrigsten Bedingungen die Hilfeleistungen für andere Kriegsflüchtlinge organisiert. Dafür gebührt ihnen allergrößter Respekt”, sagt der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein. “Der ASB steht weiterhin fest und entschlossen an der Seite der Menschen in der Ukraine”, sagt Fleckenstein. “Wir werden unsere Hilfe solange fortsetzen, wie sie benötigt wird.”

Verschiedene humanitäre Hilfsmaßnahmen des ASB erreichen Binnenvertriebene und Kriegsbetroffene im gesamten Gebiet der Ukraine. Die Hilfe umfasst Bargeldhilfen für den Lebensunterhalt von rund 11.500 Binnenflüchtlingen; weitere tausend Vertriebene werden mit Geldleistungen unterstützt, damit sie an ihrem Zufluchtsort in der Ukraine eine Wohnung mieten können. Im Rahmen der Winterhilfe erhalten rund 1.300 Haushalte Geldleistungen für Heizkosten oder Brennmaterial. Außerdem hat das ASB-Länderbüro 82.400 Lebensmittelpakete an vom Krieg betroffene Menschen verteilt, in den von Russland besetzten Gebieten ebenso wie in befreiten Gebieten und zahlreichen weiteren Orten in der Ukraine. Die Lebensmittelsets enthalten Nudeln, Erbsen, Dosenfleisch, Sonnenblumenöl, Zucker, Haferflocken, Fischkonserven, Reis und schwarzen Tee.

Hinzu kamen rund 18.200 Hygienesets, die u.a. Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, Shampoo und weitere Körperpflegeprodukte sowie Waschpulver und Reinigungsmittel enthalten. Das ASB-Länderbüro hat außerdem Material für Sammelunterkünfte wie Klappbetten, Matratzen, Decken, Bettwäsche und Handtücher bereitgestellt. Der ASB hat mehr als 30 Hilfstransporte mit über 500 Tonnen Hilfsgütern beispielsweise nach Kiew, Chernigiv und Krementschuk geschickt, die vom SSU verteilt wurden.

In Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Samariterbund SSU ist im Februar 2023 ein erster “Wärmepunkt” in Kiew eröffnet worden. Die Wärmepunkte sind Anlaufstellen, um sich beim Ausfall der Heizung aufzuwärmen, Handys aufzuladen oder ein warmes Getränk zu erhalten, z.B. wenn es nach Angriffen auf die Infrastruktur zu Stromausfällen kommt. Der erste Wärmepunkt im Kiewer Stadtteil Obolon wird vom SSU in Zusammenarbeit mit dem städtischen Katastrophenschutz betrieben. Der Bedarf ist groß, weitere Wärmepunkte des SSU in Kiew-Obolon sind geplant. Dies hilft den Menschen, den Winter zu überstehen. Außerdem konnte in Kiew ein Luftschutzkeller barrierefrei saniert werden.

Der SSU bietet darüber hinaus psychosoziale Betreuung von traumatisierten Ukrainerinnen und Ukrainern an. Insbesondere Kinder mit Behinderungen und ihre Eltern benötigen psychosoziale Unterstützung, da viele von ihnen während der Kampfhandlungen nicht an sichere Orte evakuiert werden konnten. Der SSU bietet psychosoziale Unterstützung in Sozialzentren, Schulen und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität auch zuhause an. Zudem werden Lehrer:innen in Techniken der psychosozialen Unterstützung geschult.