Bei einer Grenzkontrolle auf der Autobahn 6 bei Waidhaus stellten Beamte der Bundespolizei zwei per Haftbefehl gesuchte Männer fest – beide saßen im selben Transporter. Für einen von ihnen endete die Fahrt in der Justizvollzugsanstalt Weiden.


Waidhaus, Bundespolizei
Foto: Symbolbild

Transporter aus Tschechien – zwei Fahndungsnotierungen

Am Samstagnachmittag, 27. Juni 2025, kontrollierten Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus an der Grenzkontrollstelle auf der A6 einen Transporter, der aus Tschechien einreiste. Bei der Überprüfung der Personalien der Insassen stießen die Beamten auf gleich zwei Fahndungsnotierungen: Beide Männer ungarischer Staatsangehörigkeit waren per Haftbefehl gesucht.

Sieben Jahre auf der Flucht – jetzt in Haft

Ein 40-jähriger ungarischer Staatsbürger stand seit 2019 auf der Fahndungsliste der Staatsanwaltschaft Weiden. Das Amtsgericht Weiden hatte ihn im Oktober 2018 wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Im August 2019 war er aus der Haft heraus in sein Heimatland abgeschoben worden – 320 Tage seiner Strafe blieben offen. Bei seiner nun versuchten Einreise endete die Flucht: Die Bundespolizisten verhafteten den Mann und lieferten ihn in die Justizvollzugsanstalt Weiden ein, wo er seine Restfreiheitsstrafe verbüßen wird.

Bruder rettet Verkehrssünder vor Ersatzfreiheitsstrafe

Der zweite Insasse, ein 33-jähriger Ungar, war der Staatsanwaltschaft Karlsruhe bekannt. Das Amtsgericht Bruchsal hatte ihn im Oktober des Vorjahres wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 900 Euro zuzüglich 84 Euro Verfahrenskosten verurteilt. Da er seine Justizschulden bislang nicht beglichen hatte, wurde er mutmaßlich ebenfalls mit einem Haftbefehl gesucht. Auch diesmal konnte er den fälligen Betrag nicht aus eigener Kraft aufbringen – sein Bruder reiste eigens an und beglich die offene Summe noch in der Nacht bar bei der Bundespolizeidienststelle Waidhaus. Damit entging der 33-Jährige knapp einer Ersatzfreiheitsstrafe und konnte gemeinsam mit seinem Begleiter weiterreisen.

Routinekontrolle mit ungewöhnlichem Ergebnis

Der Vorfall illustriert, wie effektiv grenzpolizeiliche Kontrollen bei der Vollstreckung offener Haftbefehle sein können. Dass beide Gesuchten zufällig gemeinsam in einem Fahrzeug reisten, bezeichnen die Beamten der Bundespolizeiinspektion Waidhaus als außergewöhnlichen Zufall.