Eine 83-jährige Regensburgerin verlor am Mittwoch rund 20.000 Euro an Callcenter-Betrüger. Im selben Zeitraum verschaffte sich ein Unbekannter gewaltsam Zutritt zu einem Bürogebäude.
Betrüger geben sich als Richter aus
Am Mittwoch, 24. Juni, erhielt eine 83-jährige Frau aus Regensburg am frühen Nachmittag einen sogenannten Schockanruf. Zunächst meldete sich eine mutmaßlich verzweifelt klingende Stimme, die als Angehörige der Seniorin auftrat. Kurz darauf übernahm ein angeblicher Richter das Gespräch und behauptete, die Tochter der Frau habe bei einem schweren Verkehrsunfall eine Person getötet. Um eine angebliche Inhaftierung abzuwenden, sei sofort eine hohe Kaution fällig.
Im Vertrauen auf die Angaben der Anrufer übergab die Seniorin gegen Nachmittag Bargeld und Wertgegenstände im Wert von rund 20.000 Euro an eine bislang unbekannte Person. Dieser mutmaßliche Abholer entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.
Bankmitarbeiter verhindert weiteren Schaden
Im weiteren Verlauf forderten die unbekannten Täter die Seniorin telefonisch auf, weiteres Bargeld bereitzustellen. Als die 83-Jährige daraufhin ihre Bank kontaktierte, machte sie ein aufmerksamer Bankmitarbeiter auf die Betrugsmasche aufmerksam. Dadurch konnte ein weiterer Vermögensschaden verhindert werden. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Sachbearbeitung übernommen und ermittelt.
Täterbeschreibung – Mutmaßlicher Abholer
- Männlich, ca. 185 cm groß, etwa 25 Jahre alt, schlanke Statur
- West- bzw. nordeuropäisches Erscheinungsbild
- Lockiges, schwarzes Haar
- Bekleidung: braune Dreiviertel-Hose, schwarzes Oberteil
Zeugen, die am Mittwoch, 24. Juni, im Bereich der Doktor-Hipp-Straße, der Alfons-Auer-Straße oder der Mackensenstraße in Regensburg verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise zur beschriebenen Person geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0941/506-2888 mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in Verbindung zu setzen.
Einbruch in Bürogebäude – hoher Sachschaden
Im Zeitraum von Freitag, 26. Juni, 15.00 Uhr, bis Sonntag, 28. Juni, 15.00 Uhr, verschaffte sich eine bislang unbekannte Person gewaltsam Zutritt zu einem Bürogebäude in der Johann-Hösl-Straße in Regensburg. Im Gebäudeinneren wurden zudem mehrere Türen gewaltsam geöffnet. Der dabei entstandene Sachschaden beläuft sich nach aktuellem Ermittlungsstand auf einen fünfstelligen Eurobetrag. Entwendet wurde nach bisherigen Erkenntnissen nichts. Die Kriminalpolizei führte am Tatort umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durch.
Wer zwischen Freitag und Sonntag im Bereich der Johann-Hösl-Straße oder der Franz-Hartl-Straße in Regensburg verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, wird gebeten, sich ebenfalls unter der Rufnummer 0941/506-2888 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Das Polizeipräsidium Oberpfalz weist eindringlich darauf hin, dass die Polizei niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände fordert und auch niemanden per Telefon zur Übergabe von Wertsachen auffordert. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sofort auflegen und eigenständig den Notruf 110 wählen, um die Angaben des Anrufers überprüfen zu lassen. Betrüger nutzen dabei häufig die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik, um falsche Telefonnummern anzuzeigen – die echte Polizei ruft nie unter der Nummer 110 an und diese erscheint auch nicht im Display.
Schutzmaßnahmen der Polizei
- Sofort auflegen – selbst die 110 wählen und Angaben überprüfen
- Niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Fremde übergeben
- Sich nicht unter Druck setzen lassen, auch nicht von vermeintlichen Amtsträgern
- Persönliches Codewort mit Angehörigen vereinbaren
- Telefonbucheintrag löschen oder Vornamen und Adresse entfernen lassen