Städtischer Bauhof für den Winter gut gerüstet

Neumarkt.  Die Mitarbeiter im städtischen Bauhof sind für den kommenden Winter gerüstet. Auch die Geräte und die entsprechenden Materialien sind vorbereitet. Als letzter Schritt fand nunmehr die Einweisung der Mitarbeiter statt. Dies geschah diesmal angesichts der Corona-Pandemie in der kleinen Jurahalle.

Die rund 130 Mitarbeiter für den Winterdienst wurden dazu in zwei Gruppen aufgeteilt, um die entsprechenden Abstand- und Hygieneregeln besser einhalten zu können. Bei der Einweisung durch Richard Willjung und Josef Gottschalk ging es um Verhaltensmaßnahmen und Neuerungen im Winterdienst, um Regelungen und Dinge, die zu beachten sind. Wie immer hat die Stadt auch bereits rechtzeitig Streumaterial besorgt und eingelagert. Rund 2.000 Tonnen Salz stehen für diesen Winter in der Salzhalle am Bauhof zunächst einmal bereit, etwa 500 Tonnen Splitt ebenso. Der Einkauf erfolgt stets zu Zeiten im Jahr, in denen das Preisniveau aufgrund geringer Nachfrage niedrig ist.

Die 18 Räumfahrzeuge stehen nicht nur bereit, sie sind bestens gepflegt und entsprechen dem neuesten Stand der Technik, damit sie den oftmals strapaziösen Einsätzen gewachsen sind. Daher werden zu alte Fahrzeuge ausgemustert und durch neuere ersetzt. Daher hat die Stadt 2019 und heuer jeweils ein größeres, technisch ausgereifteres Fahrzeug für den Winterdienst in Betrieb genommen. Dieser sogenannte Variopflug hat eine mitlenkende Hinterachse und ist besonders gut geeignet, um in den engen, oftmals zugeparkten Straßen durchzukommen.

Im Zusammenhang bittet die Stadt die Bürgerinnen und Bürger darauf zu achten, dass sie mit ihren Pkw die Straßen nicht blockieren und die Durchfahrtsbreite zu eng wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Räumfahrzeuge die Straßen auch freimachen können. Die Stadt weist zudem auf die Räum- und Streupflicht der Grundstücksbesitzer/Anlieger bei den Gehwegen hin.

Im Winterdienst arbeiten die Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb. Sie bedienen dann die Fahrzeuge bzw. sind jeweils in Handtrupps und Handbereitschaften unterwegs, um neuralgische Punkte wie Fußgängerüberwege, Ampelbereiche, Bushaltestellen oder Bereiche vor Schulen und Kindergärten zu räumen und zu streuen. Je nach Intensität kann ein Winterdienst einen erheblichen Aufwand an Material und Kosten mit sich bringen. Zuletzt war dies vor genau zehn Jahren der Fall, als die Stadt für den Winterdienst im sogenannten „Jahrhundertwinter“ immerhin 1,3 Millionen Euro aufwenden musste.

Damals wurde außerdem mit über 2.400 Tonnen Salz und über 800 Tonnen Splitt der höchste Materialeinsatz der letzten Jahrzehnte verzeichnet. Die Mitarbeiter im Winterdienst 2010/2011 mussten damals mit über 21.700 Stunden regelrechte Höchstleistungen vollbringen. Alleine in der Nach auf 10. Dezember 2010 waren innerhalb kurzer Zeit zwischen 35 und 40 Zentimeter Neuschnee gefallen. Dieser musste danach in LKWs aus der Stadt gefahren werden.

Aber auch „normale“ Winterdienste sind ein Ausgabeposten für die Stadt. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre bringt der Winterdienst jedes Jahr rund 800.000 Euro an Kosten mit sich, der Salzverbrauch liegt im Durchschnitt bei 1.560 Tonnen und der Splittverbrauch bei 288,5 Tonnen. Die Ausbringung der Streumittel erfolgt dabei mittels genau dosierbarer Streugeräte. Der Letzte Winter 2019/2020 war dabei ein eher unterdurchschnittlicher hinsichtlich der Kosten und beim verbrauchten Streumaterial. Er schlug mit 545.298 Euro bei den Kosten zu Buche, dabei wurden 880 Tonnen Salz und 160 Tonnen Split verbraucht.

Die Stadt ist bestrebt, auch im Winter die Mobilität für die Bürger zu ermöglichen. Allerdings kann dies angesichts der Witterungssituation nicht immer gelingen. Zudem kann der Winterdienst im Stadtgebiet nicht immer sofort überall einsetzen. Schließlich ist es nicht einfach, wie Oberbürgermeister Thomas Thumann bestätigt, ein Straßennetz von rund 350 Kilometern Länge zu betreuen. „Die Abfolge beim Winterdienst folgt daher einem genauen Plan, in dem die Prioritäten festgehalten sind“, so das Stadtoberhaupt. „Es versteht sich von selbst, dass die verkehrstechnisch wichtigsten Straßen und die gefährlichsten Straßenbereiche da eindeutig Vorrang haben.“ Die weiteren Straßen und Bereiche werden soweit die Möglichkeiten bestehen und die Kapazitäten reichen anschließend angepackt. Bei Dauerschneefall sei dies allerdings nur schwer aufrechtzuerhalten.

Im Hinblick auf die Radwege weist Oberbürgermeister Thumann darauf hin, dass die Stadt zwar nicht verpflichtet sei, diese zu räumen, sie es aber als Service ansieht und auf diese Weise den Fahrradverkehr als Alternative zum Auto auch im Winter zu fördern. Dies war auch im Rahmen der Zertifizierung „Fahrradfreundliche Kommune“ ein Punkt gewesen, der von der Kommission als positiv beurteilt worden war. Allerdings werden die Radwege insoweit geräumt, als es vom Arbeitsaufwand und von der Witterung her möglich ist. Darüber hinaus appelliert er an die Verkehrsteilnehmer und die Bürger, sich auf den Winter einzustellen und auch entsprechend Geduld mitzubringen. Richtige Kleidung, passendes Schuhwerk und im Verkehr eine vorsichtige und rücksichtsvolle Verhaltensweise seien gute Voraussetzungen dafür.

Und auch die Grundstücksbesitzer bzw. Anlieger sollten ihre Räum- und Streupflicht beachten. Er hofft, dass der Winterdienst ohne große Belastungen für die Mitarbeiter vonstattengehen kann. Sein Dank gilt allen, die im Rahmen des Winterdienstes besonders gefordert sind. Vor allen Dingen hofft er, dass es keine Unfälle gibt und die Mitarbeiter gesund und wohlbehalten durch den Winter kommen.

 

Bericht und Bild: Stadt Neumarkt