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Bericht der Bundespolizei

Die Bundespolizei hat am Montag (3. April) einen mutmaßlichen Schleuser in die Haftanstalt München-Stadelheim gebracht. Der türkische Pkw-Fahrer war in der Nacht zuvor bei Grenzkontrollen an der B2 festgenommen worden. Er wird beschuldigt, sieben Landsleute, darunter vier Minderjährige, unter gefährlichen Umständen nach Deutschland gebracht zu haben.

Die Bundespolizisten stoppten das mit insgesamt acht Personen besetzte Auto nahe Mittenwald. Der Fahrzeugführer wies sich mit einem türkischen Reisepass aus. Die anderen sieben Insassen, eine sechsköpfige Familie und ein weiterer junger Mann, konnten keine Einreisepapiere vorzeigen. Drei der vier Minderjährigen schliefen unangeschnallt und ohne Kindersitze in der dritten Sitzreihe. Die übrigen Mitfahrer waren ebenfalls nicht angeschnallt. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um türkische Staatsangehörige.

Alle geschleusten Personen wurden getrennt von ihrem Fahrer zur Dienststelle der Bundespolizei Garmisch-Partenkirchen gebracht. Das Fahrzeug stellten die Beamten sicher. Der 33-jährige Fahrzeugführer wurde wegen Einschleusens von Ausländern unter gefährlichen Bedingungen angezeigt. Auf richterliche Anordnung hin musste er in München die Untersuchungshaft antreten.

Die Familie hatte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen das Land zu verlassen. Bei der Befragung hatte sich mithilfe eines Dolmetschers herausgestellt, dass es den beiden Erziehungsberechtigten, 38 und 40 Jahre alt, weder auf Schutz noch Asyl in Deutschland ankam. Sie wurden zusammen mit ihren Kindern (7, 12, 13, 14) zurückgewiesen und der österreichischen Polizei überstellt. Der alleinreisende 22-jährige Türke wurde noch am Montagabend in eine Rückführungshaftanstalt gebracht. Von Erding aus wird nach Kroatien überstellt, da er dort bereits Asyl beantragt hatte.