(Bericht und Bild: OTH Amberg-Weiden) – Im September erhielt die OTH Amberg-Weiden das Promotionsrecht für zwei Forschungsschwerpunkte und erreichte damit einen Meilenstein der Hochschulentwicklung – nun nimmt der Aufbau der damit verbundenen Promotionszentren Fahrt auf. Beim ForschungsForum des Instituts für Angewandte Forschung (IAF), das dieses Mal gemeinsam mit der Hochschule Ansbach durchgeführt wurde, stellten beide Partnerhochschulen eindrucksvoll ihre Forschungsstärke unter Beweis und nutzten dieses zugleich als Kick-off-Veranstaltung für das gemeinsame Promotionszentrum „Ressourceneffizienz und Digitalisierung“. Dies bietet auch für Studierende neue Möglichkeiten.

„Wir sind stolz, dass wir mit dem Promotionsrecht und den Promotionszentren die Möglichkeit haben, unsere Absolvent*innen eigenständig zur Promotion zu führen“, betont Prof. Dr. Clemens Bulitta, Präsident der OTH Amberg-Weiden. Der Präsident der Hochschule Ansbach, Prof. Dr. Sascha Müller-Feuerstein ergänzt: „Die Vergabe des Promotionsrechts ist ein bedeutender Schritt für unsere Hochschulen und ein Zeichen für die Anerkennung unserer Forschungsleistungen. Gleichzeitig eröffnet die Kooperation neue Horizonte und wir sind zuversichtlich, dass unsere gemeinsamen Bemühungen dazu beitragen werden, innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln.“

Vom Wasserstoff-BHKW über E-Learning und Computer Vision bis zur besseren Vorhersage der Reichweite von Elektrofahrzeugen mit KI – ausgewählte Forschungsprojekte gaben Einblicke in die Forschungskompetenzen der beiden Hochschulen. Prof. Dr. Mike Altieri, Vizepräsident der OTH Amberg-Weiden und Prof. Dr.-Ing. Michael S. J. Walter, Hochschule Ansbach, stellten Projekte aus dem Bereich Digitale Lehre und E-Portfolios vor – u. a. das gemeinsame Verbundprojekt Dreiklang, das durch einen Dreiklang aus Theorie, Kommunikation und Anwendung die Verbreitung von E-Portfolios in der Lehre fördern soll.

Prof. Dr. Alfred Höß gab einen Überblick über die beeindruckenden Forschungsarbeiten des Automotive Teams der OTH Amberg-Weiden. Das Team forscht insbesondere zu den Themen autonomes, vernetztes Fahren und Elektromobilität und ist an zahlreichen nationalen und europaweiten Forschungsprojekten beteiligt. Ganz aktuell zum Beispiel an PowerizeD, das auf die Entwicklung bahnbrechender Technologien für digitalisierte und intelligente Leistungselektronik, die eine nachhaltige und resiliente Energieerzeugung, -übertragung und -anwendung ermöglichen, abzielt.

Prof. Dr. Stefan Geißelsöder, Hochschule Ansbach, beleuchtete ausgewählte Forschungsprojekte im Bereich Computer Vision, wie eine automatisierte App die bei Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten beim Zutatencheck hilft. Von Algen über Nanotechnologie und Turbinen bis zum Blockheizkraftwerk – Prof. Dr. Peter Kurzweil gab abschließend noch einen Einblick in die vielfältigen Forschungsprojekte der Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik an der OTH Amberg-Weiden.

Vom Bachelor bis zum Doktor

Von dieser Forschungsstärke, die ausschlaggebend für die Verleihung des Promotionsrechts war, profitieren nun auch Studierende. Nun haben sie die Möglichkeit, eigenständig an der OTH Amberg-Weiden zu promovieren – zuvor war dies nur über kooperative Promotionen mit einer Universität oder über ein Verbundkolleg im Bayerischen Wissenschaftsforum (BayWiss) möglich. Stefan Rösl und Thomas Auer planen im Frühjahr ihre Promotion an der OTH Amberg-Weiden zu beginnen, sind froh über diese Möglichkeit der eigenständigen Promotion.

„Ich habe mich erst wegen der Möglichkeit, direkt an der Hochschule promovieren zu können, dafür entschieden. Besonders die Eins-zu-eins-Betreuung ist mir wichtig, da sie eine fokussierte Unterstützung ermöglicht. Zudem ist mir der hohe Praxisbezug wichtig, der die Relevanz meiner Forschung in einer realen Welt sicherstellt“, erläutert Thomas Auer.

Für Stefan Rösl liegt der Vorteil einer direkten Promotion vor allem in der kompetenten Betreuung sowie in der Regionalität: „Die Promotion eröffnet mir die einzigartige Chance, in meiner Heimatregion zu forschen und dabei einen Beitrag zur lokalen Entwicklung zu leisten. Dank der kurzen Wege zu unseren Industriepartnern kann eine effektive und enge Zusammenarbeit gewährleistet werden. Zudem ermöglicht die wissenschaftliche Expertise und fachliche Kompetenz unseres Betreuers eine Forschung mit hohem Qualitätsniveau.“

Die Promotion in Kooperation mit einer Universität bleibt wie bisher bestehen. Melanie Steiner promoviert im Bereich der psychophysikalischen Evaluationsmethoden für die Optimierung der User Experience, beispielsweise von Systemen mit Augmented oder Mixed Reality Konzepten. Sie wird von Prof. Dr. Dieter Meiller, OTH Amberg-Weiden, und Prof. Dr. Christian Wolff, Universität Regensburg, gemeinsam betreut. Melanie Steiner meint: „Das Mentoring durch zwei Betreuer, die unterschiedliche Perspektiven eröffnen und bereichernde Aspekte einbringen, ist und bleibt ein enormer Vorteil von kooperativen Promotionen.“

Promotionsrecht in zwei Forschungsschwerpunkten

Neben dem Promotionszentrum „Ressourceneffizienz und Digitalisierung“ in Kooperation mit der Hochschule Ansbach erhielt die OTH Amberg-Weiden auch im Forschungsbereich „Digitale Innovationen für die sich wandelnde Gesellschaft“ gemeinsam mit den Hochschulen Neu-Ulm und Landshut das Promotionsrecht. Die Grundlagen dafür schuf das neue Bayerische Hochschulinnovationsgesetz (BayHIG) verbunden mit zwei umfangreichen Anträgen für das Promotionsrecht.

„Dieser Entwicklungsschub leistet einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität der OTH Amberg-Weiden für Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, damit für unseren hoch qualifizierten Nachwuchs, sowie für die Hochschulregion insgesamt“, so Prof. Dr. Wolfgang Weber, Vizepräsident der OTH Amberg-Weiden für Forschung und Entwicklung, Transfer.