Mit der Aktion „Sicherheit auf Rezept“ verstärkt die Polizei im Landkreis Cham ihre Präventionsarbeit gegen Callcenter-Betrug. Gemeinsam mit Hausarztpraxen sollen insbesondere ältere Menschen besser geschützt werden.
Polizei startet Präventionsaktion
Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat die Aktion „Sicherheit auf Rezept“ ins Leben gerufen, um gezielt über die Gefahren von Callcenter-Betrug aufzuklären.
Zum Auftakt der Aktion besuchte der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl, am 8. Mai 2026 die Praxis „Further Hausärzte“. Dort übergab er die ersten Informationsflyer in Rezeptform an Dr. med. Stefan Enderlein und Dr. med. Hans-Jürgen Hackl. In den kommenden Tagen sollen alle Hausarztpraxen im Landkreis Cham eingebunden werden.
Betrüger setzen auf Angst und Druck
Die Täter arbeiten laut Polizei mit immer raffinierteren Methoden. Besonders häufig treten sogenannte Schockanrufe sowie die Masche der falschen Polizeibeamten auf.
Bei Schockanrufen geben sich Täter zunächst als Angehörige aus und schildern schwere Unglücksfälle oder Verkehrsunfälle. Anschließend übernehmen angebliche Polizeibeamte oder Staatsanwälte das Gespräch und verlangen hohe Geldsummen oder Wertgegenstände.
Bei der Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ behaupten die Täter häufig, in der Nachbarschaft seien Einbrecher festgenommen worden. Unter dem Vorwand, Wertsachen schützen zu wollen, fordern sie die Übergabe von Bargeld oder Schmuck.
Aktueller Fall aus Furth im Wald
Wie real die Gefahr ist, zeigt ein aktueller Fall aus Furth im Wald. Bereits am Dienstag, 5. Mai 2026, erhielt eine 79-jährige Frau einen Anruf eines angeblichen Kriminalbeamten.
Der Anrufer behauptete, nach einem Einbruch in der Nachbarschaft sei eine Liste mit möglichen weiteren Opfern gefunden worden. Auch der Name der Seniorin habe sich darauf befunden. Zudem behauptete der Täter, Bankmitarbeiter würden mit den Einbrechern zusammenarbeiten.
Die Frau sollte ihre Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung an einen Polizeibeamten übergeben. Während des Gesprächs wurde die 79-Jährige jedoch misstrauisch, beendete den Anruf und verständigte die Polizei. Die Ermittlungen dauern an.
Polizei gibt wichtige Verhaltenstipps
Die Polizei rät dringend dazu, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Bargeld oder Wertgegenstände sollten niemals an Unbekannte übergeben werden.
Außerdem weist die Polizei darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals Geld oder Schmuck zur Verwahrung abholen. Verdächtige Anrufe sollten sofort beendet und unter der Notrufnummer 110 gemeldet werden.
Besonders ältere Menschen sollten zudem persönliche Daten wie Vornamen und Adressen möglichst aus öffentlichen Telefonverzeichnissen entfernen lassen.