Ein 16-Jähriger aus dem Landkreis Cham wurde Opfer von sogenannter „Sextortion“. Die Polizei Furth im Wald warnt vor der Betrugsmasche im Internet und gibt konkrete Verhaltenstipps.
Täter bauten Vertrauen auf
Am 01. Mai 2026 erhielt ein 16-jähriger Jugendlicher aus dem Landkreis Cham über ein soziales Netzwerk eine Followeranfrage. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein intensiver Austausch mit einer vermeintlich weiblichen Person. Durch freundliche und charmante Nachrichten gewann der Täter das Vertrauen des Jugendlichen.
Über einen Instant-Messaging-Dienst wurde der 16-Jährige schließlich dazu gebracht, ein intimes Foto von sich zu versenden. Kurz nachdem das Bild verschickt wurde, änderte sich die Situation drastisch.
Forderung nach Steam-Karten
Der Täter drohte damit, das Nacktfoto an Freunde und Kontakte des Jugendlichen weiterzuleiten. Um dies zu verhindern, sollte das Opfer sogenannte Steam-Karten kaufen und die darauf enthaltenen Codes übermitteln. Aus Angst vor einer Veröffentlichung kaufte der Jugendliche Prepaid-Karten im Wert von knapp 100 Euro und übersandte die Codes an den Täter. Anschließend verlangte der Erpresser weitere Zahlungen. Daraufhin wandte sich der 16-Jährige an die Polizeiinspektion Furth im Wald. Die Ermittlungen dauern derzeit an.
Polizei warnt vor „Sextortion“
Bei der Betrugsmasche „Sextortion“ gehen Täter häufig nach einem ähnlichen Muster vor. Sie bauen zunächst online Vertrauen auf und bewegen ihre Opfer dazu, intime Bilder oder Videos zu verschicken. Anschließend drohen sie mit der Veröffentlichung der Aufnahmen und fordern Geld oder Gutscheincodes. Die Polizei weist darauf hin, dass die psychische Belastung für Betroffene oft enorm sei und es deshalb nicht selten zu Zahlungen komme.
So schützen Sie sich
Die Polizei empfiehlt, keine intimen Bilder an unbekannte Personen zu verschicken und Freundschaftsanfragen fremder Nutzer kritisch zu prüfen. Zudem sollten persönliche Daten sparsam veröffentlicht und Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig kontrolliert werden. Auch bei Videochats sei Vorsicht geboten. Nutzer sollten keine intimen Handlungen durchführen, wenn sie Personen erst seit kurzer Zeit kennen. Wichtig sei außerdem ein aktueller Virenschutz auf Smartphones, Tablets und Computern.
Wer bereits Opfer einer solchen Erpressung geworden ist, sollte kein Geld überweisen, den Kontakt sofort abbrechen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Zusätzlich empfiehlt die Polizei, Inhalte beim Plattformbetreiber zu melden und löschen zu lassen.