Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor Betrügern, die gezielt russischsprachige Bürger in ihrer Muttersprache kontaktieren, um Vertrauen zu erschleichen.
Gezielte Ansprache in gewohnter Sprache
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt aktuell vor einer neuen Variante des Callcenter-Betrugs. Bei der Masche „Russische Callcenter“ sprechen die Täter ihre Opfer gezielt auf Russisch an. Durch die vertraute Sprache versuchen sie, schnell Vertrauen aufzubauen und die Angerufenen zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu drängen. Die bekannte Methode des Schockanrufs bzw. des Enkeltricks bleibt dabei im Kern erhalten.
Der Anrufer wählt bewusst Nummern von russischsprachigen Personen und gibt sich, unter Vortäuschung der klassischen Unfalllegende, überwiegend als falscher Polizeibeamter aus. Während deutschlandweit bereits Fälle bekannt waren, kam es am vergangenen Montag, 27. April 2026, auch im Bereich Regensburg und Amberg zu mehreren solchen Betrugsanrufen, von denen drei leider erfolgreich waren.
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Hoher Beuteschaden in Regensburg
Der erste vollendete Callcenter-Betrug ereignete sich am Montagnachmittag, den 27. April, in Regensburg. Ein falscher Polizist kontaktierte eine russischsprachige Seniorin und behauptete, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn seien in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Zur Zahlung einer Kaution sei dringend Geld nötig. Das gesamte Gespräch fand auf Russisch statt. Ein Abholer erschien dreimal an der Wohnung der Seniorin in der Friedrich-Ebert-Straße und erbeutete einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag.
Erst rund eine Stunde nach der letzten Geldübergabe erkannte die Tochter der Geschädigten den Betrug und verständigte die Polizei. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise: Wer hat am 27. April zwischen 17:30 Uhr und 19:00 Uhr im Bereich Friedrich-Ebert-Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht? Hinweise werden unter der Telefonnummer 0941/506-2888 entgegengenommen.
Weitere Fälle in Regensburg und Amberg
Ein zweiter erfolgreicher Callcenter-Betrug nach demselben Muster ereignete sich am Montagnachmittag, 27. April, in der Prüfeninger Straße in Regensburg. Gegen 13:30 Uhr rief ein unbekannter Täter ein ukrainisch-deutsches Ehepaar (89 und 84 Jahre alt) an. Auch hier wurde auf Russisch und mittels Schockanruf Bargeld gefordert. Es kam zur Übergabe einer niedrigen vierstelligen Summe. Die Kriminalpolizei Regensburg prüft einen Tatzusammenhang mit dem Geldabholer des ersten Falls.
Auch in Amberg kam es am Montagnachmittag zu einer Geldübergabe. Im Tatzeitraum zwischen 16:00 Uhr und 21:30 Uhr wurde eine 68-jährige Deutsche mit kasachischen Wurzeln auf Russisch kontaktiert. Unter dem Vorwand eines Schockanrufs übergab sie einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen unbekannten Täter. Die Tochter erkannte den Betrug kurz nach der Übergabe. Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt und bittet um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 09621/890-0, insbesondere zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen im Bereich Schlachthausstraße / Florianstraße / Amselweg / Lerchenstraße zwischen 16:00 Uhr und 21:35 Uhr.
Tipps der Polizei zum Eigenschutz
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen. Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr! Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Vertrauten ein Codewort für Notfälle, welches bei einem zweifelhaften Gespräch abgefragt wird.
Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück. Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Im Zweifel wählen Sie die 110. Zudem wird empfohlen, Telefonbucheinträge löschen zu lassen oder zumindest Vorname und Adresse zu entfernen. Ein Zusammenhang zwischen den Fällen wird derzeit geprüft, die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg und Amberg stehen in engem Austausch.
Info
Ein Schockanruf ist eine Form des Telefonbetrugs, bei der die Täter ihre Opfer durch das Vorspielen einer akuten Notlage eines nahen Angehörigen (z.B. schwerer Unfall, Festnahme) psychisch unter Druck setzen, um sie zur Übergabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen.