Ein Regensburger Senior wurde Opfer eines perfiden Schockanrufs. Die Kriminalpolizei bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe bei der Fahndung.
Betrügerische Kontaktaufnahme am Telefon
Am Nachmittag des 29. April 2026 ereignete sich in Regensburg ein schwerwiegender Fall von Callcenterbetrug. Gegen 17:00 Uhr erhielt ein über 80-jähriger Mann einen Anruf von einer ihm unbekannten Frau. Die Anruferin gab sich fälschlicherweise als Polizeibeamtin aus und konfrontierte den Senior mit einer erfundenen dramatischen Geschichte. Sie behauptete, seine Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und schwebe nun in Haftgefahr. Nur durch die sofortige Zahlung einer Kaution könne eine Inhaftierung abgewendet werden. Der geschockte Mann, der kein Bargeld im Haus hatte, bot stattdessen wertvolle Münzen an.
Geldübergabe in der Ludwig-Erhard-Straße
Die Betrügerin ging auf das Angebot ein und arrangierte eine Übergabe. Etwa eine Stunde später, gegen 18:00 Uhr, erschien eine unbekannte Frau an der Wohnadresse des Seniors in der Ludwig-Erhard-Straße. Gutgläubig übergab der Senior der Abholerin Münzen im Wert von mehreren tausend Euro. Erst später erkannte der Mann, dass er Opfer einer hinterhältigen Betrugsmasche geworden war, und erstattete Anzeige. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat umgehend die Ermittlungen aufgenommen und arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls.
Personenbeschreibung der gesuchten Abholerin
Die Ermittler fahnden nun nach der Frau, welche die Wertgegenstände entgegengenommen hat. Sie wird wie folgt beschrieben: Die Gesuchte ist schätzungsweise zwischen 20 und 35 Jahre alt und etwa 170 cm groß. Sie hat schwarze, schulterlange Haare. Zum Zeitpunkt der Tat trug sie eine auffällige, ausgewaschene Jeans und eine Brille mit schwarzem Rahmen. Hinweise aus der Bevölkerung sind für die Polizei von entscheidender Bedeutung. Zeugen, die am 29. April 2026 im Bereich der Ludwig-Erhard-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf die Identität der Täterin geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Regensburg zu melden.
Zeugenaufruf und wichtige Warnhinweise
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche. „Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und wählen Sie selbst die 110. Fragen Sie direkt nach einem entsprechenden Einsatz“, raten die Beamten. Wichtig: Die echte Polizei bittet niemals am Telefon um Geld oder Wertgegenstände zur Abholung! Übergeben Sie niemals Bargeld oder Schmuck an Fremde. Sprechen Sie mit Angehörigen und älteren Nachbarn über diese Betrugsphänomene, um sie zu sensibilisieren. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Info
Callcenterbetrug ist eine Form des organisierten Betrugs, bei dem Täter aus professionell betriebenen Callcentern heraus potenzielle Opfer kontaktieren. Eine bekannte Variante ist der „Enkeltrick“. Dabei geben sich die Anrufer als Verwandte (oft Enkel oder Nichten/Neffen) in einer vermeintlichen Notlage aus und bitten dringend um Geld. Eine weitere häufige Form ist der Anruf von „falschen Polizeibeamten“, die manipulativ vorgeben, Wertsachen sichern zu müssen oder Kautionen zu fordern. Die Täter nutzen psychologischen Druck und nutzen die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft, insbesondere älterer Menschen, schamlos aus.