Bundespolizei

Zweiter EM-Spieltag in München: Fairplay von Spielern und den Fans

Auch der zweite Münchner Spieltag der Europameisterschaft (17. Juni) ging ruhig vonstatten. Sowohl An- als auch Abreise der Fußballfans verlief im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei reibungslos.

Am Montagnachmittag trafen in der Munich Football Arena die Mannschaften von Rumänien und der Ukraine aufeinander. Tausende Fans aus beiden Ländern strömten zum Spiel. Die Bundespolizei sicherte ihre Anreise vor allem am Münchner Hauptbahnhof und in der Münchner S-Bahn.

Im Einsatz waren am zweiten Spieltag in München neben Kräften der Bundespolizei auch 15 Polizistinnen und Polizisten aus Rumänien. Außerdem noch zehn Angehörige der ukrainischen Polizei als Einsatzbeobachter. Sie sind in gemeinsame Streifen mit Bundespolizistinnen und Bundespolizisten eingebunden, nicht nur um mit Fußballfans in ihrer Landessprache kommunizieren zu können. Dies wirkt deeskalierend und sorgt auch unter den Fans für gute Stimmung. Anhänger der beiden Mannschaften freuten sich, am Münchner Hauptbahnhof und in der Münchner S-Bahn Polizistinnen und Polizisten aus ihren Heimatländern anzutreffen.

Bundespolizei

Zahlreiche Fahndungstreffer bei Grenzkontrollen

Am Freitag und Samstag (14./15. Juni) hat die Bundespolizei bei Kontrollen am Grenzübergang Hörbranz (BAB 96) und am Grenztunnel Füssen (BAB 7) unter anderem drei Haftbefehle vollstreckt. Die rumänischen und polnischen Staatsangehörigen wurden von den deutschen Justizbehörden wegen Diebstahls, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Markengesetz und Hausfriedensbruchs gesucht.

Am Freitagmorgen (14. Juni) stoppten Bundespolizisten in der Kontrollstelle Sigmarszell einen Fernbus mit dem Routing Barcelona-München. Hier endete die Fahrt für einen rumänischen Passagier. Die Beamten stellten bei der Fahndungsüberprüfung fest, dass der 24-Jährige seit Juli 2022 von der Staatsanwaltschaft Regensburg per Vollstreckungshaftbefehl wegen Diebstahls gesucht wurde. Außerdem lagen gegen den Mann zwei Aufenthaltsermittlungen wegen Körperverletzung und Diebstahls vor. Da der Rumäne die vom Gericht verhängte Geldstrafe von über 1.100 Euro nicht begleichen konnte, lieferten ihn die Beamten zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe in die Justizvollzugsanstalt Kempten ein.

In der Nacht auf Samstag (15. Juni) sorgte die Bundespolizei auf der BAB 96 dafür, dass ein Rumäne seine Justizschulden in Höhe von fast 700 Euro bezahlt. Gegen den 32-Jährigen lag ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Verstoßes gegen das Markengesetz vor. Der Polizeibekannte konnte mit der Zahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe abwenden und anschließend die Fahrt fortsetzen.

Am Samstagvormittag zogen Bundespolizisten am Grenztunnel Füssen (BAB 7) zwei gesuchte polnische Fahrzeuginsassen aus dem Verkehr. Gegen den Fahrer lag ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Köln wegen Unterschlagung vor. Der 44-Jährige war den deutschen Justizbehörden fast 2.000 Euro schuldig geblieben. Außerdem wurde der Mann per Aufenthaltsermittlung wegen Hausfriedensbruchs gesucht.

Auch die 35-jährige polnische Beifahrerin war keine Unbekannte. Die Frau wurde ebenso von der Staatsanwaltschaft Köln per Aufenthaltsermittlung wegen Hausfriedensbruchs gesucht. Die Bundespolizisten entließen die beiden, nachdem der Fahrer die Summe gezahlt hatte, auf freien Fuß.

Mit erschlichenem Visum zur EM

Am Freitag (14. Juni) haben Bundespolizisten am Grenzübergang Hörbranz (BAB 96) einen russischen Staatsangehörigen unter anderem der Visaerschleichung überführt. Anstatt zum Eröffnungsspiel nach München ging es für den Mann zurück in sein Heimatland.

Lindauer Bundespolizisten überprüften am Morgen in der Kontrollstelle Sigmarszell die Insassen eines Fernreisebusses mit dem Routing Lyon-München. Unter den Fahrgästen befand sich ein russischer Staatsangehöriger, der den Beamten seinen Reisepass mit einem spanischen Kurzzeitvisum vorlegte. Die Polizisten ermittelten jedoch, dass der Busreisende nie vorhatte, nach Spanien zu reisen. Die dort gebuchten Hotels hatte er unmittelbar nach der Visumserteilung storniert. Der Russe gab zu, das spanische Visum nur der Einfachheit halber beantragt zu haben. Außerdem fanden die Bundespolizisten heraus, dass der 31-Jährige mit dem Flugzeug in die Schweiz eingereist war und nun nach München weiterfahren wollte, um sich das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft anzuschauen. Ein Ticket sowie eine Hotelbuchung konnte er vorzeigen.

Der 31-Jährige hatte außerdem 26.000 Euro Bargeld bei sich. Die Einfuhr dieser Summe hatte er jedoch nicht beim Zoll angemeldet. Eigenen Angaben zufolge hatte der Mann das Geld von Freunden erhalten, um hochpreisige Uhren zu kaufen und anschließend in seiner Heimat weiterzuverkaufen. Weiterhin führte der Mann sieben neuwertige Smartphones mit, zu denen er Kaufbelege aus Russland vorgezeigten konnte. Eine Streife des Zolls, die sich ebenso vor Ort befand, erhob nachträglich die Einfuhrumsatzsteuer.

Die Bundespolizisten zeigten den Mann wegen Visaerschleichung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes sowie Steuerhinterziehung an und annullierten das Schengenvisum. Am Abend flog der Beschuldigte vom Flughafen München zurück nach Moskau. Die Ermittlungen zum Verdacht der Steuerhinterziehung werden an den zuständigen Zoll abgegeben.