Polizei

Am Dienstag den 09.07.2024 gegen 16:50 Uhr, wurde der Einsatzzentrale in Regensburg ein „Geisterfahrer“ auf der Autobahn A93 zwischen der Anschlussstelle Pfreimd und dem Parkplatz Schlossberg in nördlicher Richtung gemeldet. Nach Mitteilung von Verkehrsteilnehmern, welche die Gefahrensituation rechtzeitig erkannten und ausweichen konnten, soll es sich bei dem Falschfahrer um einen dunklen Pkw Touran aus dem Zulassungsbereich Weiden gehandelt haben, welcher der Beschreibung nach mit zwei älteren Personen besetzt gewesen sein soll.

Die Fahndung wurde umgehend von der zuständigen Streifenbesatzung der Autobahnpolizei Schwandorf, sowie unterstützend von Einsatzfahrzeugen umliegender Polizeiinspektionen übernommen. Eine erste Überprüfung des relevanten Streckenabschnitts verlief jedoch erfolglos, zumal es glücklicherweise zu keinem Unfall auf der Autobahn gekommen war.

Polizei Verkehrsunfall

Etwa 15 Minuten nach dem ersten Notruf, wurde die Besatzung der APS Schwandorf nun zu einem Verkehrsunfall unmittelbar an der Anschlussstelle Nabburg, auf der ST 2156, beordert. Ein 21 jähriger Lkw Fahrer aus dem Landkreis Schwandorf, wollte mit seinem Tieflader an vorgenannter Anschlussstelle auf die Autobahn auffahren. Als dieser bereits fast vollständig seinen Abbiegevorgang beendet hatte und lediglich geringfügig mit dem Auflieger nach hinten in die Fahrbahn ragte, kam ihm aus der Gegenrichtung ein Pkw entgegen, welcher augenscheinlich anstatt abzubremsen seinen Pkw noch beschleunigte und direkt auf den einfahrenden Tieflader zusteuerte.

Der Pkw Fahrer rammte den Tieflader im Bereich der hinteren Achsgruppe. Bei dem Unfall wurden weder der junge Lkw Fahrer, noch die beiden Insassen des Pkw verletzt. Das Fahrzeug war jedoch nicht mehr fahrtüchtig und musste abgeschleppt werden.

Vor Ort konnten die Beamten der Autobahnpolizei den Unfallfahrer jedoch mit dem vorangegangenem Sachverhalt auf der Autobahn anhand der Beschreibung  in Verbindung bringen. Bei dem offensichtlich verwirrten Fahrer des VW Touran handelte es sich um einen 86 jährigen aus dem Landkreis Weiden, welcher mit seiner gleichaltrigen Beifahrerin unterwegs war.

Erste Ermittlungen anhand Zeugenanhörungen ergaben, dass es sich bei dem älteren Herrn tatsächlich um den „Geisterfahrer“ handelte. Dieser war offensichtlich vom Parkplatz Schlossberg aus in verkehrter Richtung auf die Autobahn Richtung Weiden aufgefahren und hat den rechten Fahrstreifen in falscher Richtung benutzt. Entgegenkommende Verkehrsteilnehmer reagierten besonnen und konnten mit ihren Fahrzeugen ausweichen, bzw. diese bis zum Stillstand abbremsen.

Nach Augenzeugen dauerte es mehrere Minuten bis der betagte Fahrer seinen Pkw wendete und schließlich in Richtung Nabburg weiterfuhr. Aufgrund der Gesamtumstände und dem bedenklichen Zustand des betroffenen Fahrers, welches ein sicheres Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr in Frage stellt, wurde seitens der sachbearbeitenden Dienststelle der Autobahnpolizei Schwandorf, Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg gehalten.

Diese ordnete neben Vorlage eines Strafverfahrens wegen Gefährdung des Straßenverkehrs auch die Sicherstellung des Führerscheins an, welche am Folgetag durch Beamte der Schwandorfer Verkehrsdienststelle durchgeführt wurde. Im Gespräch mit dem Mann konnte sich dieser an nichts mehr erinnern. Der Vollständigkeit halber ist der entstandene Sachschaden mit ca. 14.000 Euro zu beziffern.